Asiatische Bischöfe erklären Solidarität mit inhaftiertem Jesuiten Stan Swamy

Der 84-jährige indische Jesuitenpater Stan Swamy war am 8. Oktober 2020 von der indischen Anti-Terrorbehörde verhaftet worden. Als Begründung wurde Volksverhetzung und Verbindungen zu einer verbotenen maoistischen Gruppe angegeben. Asiens Bischöfe (FABC) erklärten sich solidarisch.

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P. Stan Swamy setzt sich seit jahrzehnten für die Rechte der Stammesangehörigen in Jharkand/Indien ein. (c) Vatican News

„Der wahre Grund ist, dass Stan Swamy in den letzten vier Jahrzehnten für die armen Stammesangehörigen in Jharkand in Indien und insbesondere für den Schutz ihrer verfassungsmäßigen Rechte gearbeitet hat“, berichtet Erzbischof Peter Machado von Bangalore in einem Mail an die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). „Sein Kampf war gewaltfrei und absolut im Rahmen der indischen Verfassung.“

Unterstützung erhielt er von Kardinal Charles Bo, Präsident der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen (FABC). Dieser zeigte sich laut dem asiatischen Pressedienst Ucanews über die Anklage überrascht. Doch sei die Verhaftung von Swamy „symptomatisch“ für den Umgang mit den Rechten der Ureinwohner Asiens. Die FABC erklärte sich solidarisch mit dem inhaftierten P. Stan Swamy.

Der Jesuit sei kein Einzelfall, erklärte die internationalen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem Schreiben. Der indische Premierminister Narendra Modi nutze zunehmend Gesetze gegen Volksverhetzung und Terrorismus, um Kritiker mundtot zu machen.

Untersuchungshaft verlängert

Die Indische Justiz verlängerte bereits am 23. Oktober 2020 die Untersuchungshaft für Swamy um weitere 14 Tage. Der Forderung von UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet, P. Swamy freizulassen, wurde von der indischen Regierung nicht stattgegeben.

Quelle: religion.orf.at

Artikel im "Indian Express" zu P. Stan Swamy

[robert sonnleitner]