Franziskanerinnen Amstetten feiern 280 Professjahre

Es ist eine beindruckende Zahl, die am 4. Oktober 2020, am Fest des hl. Franziskus, ihres Ordensheiligen, bei den Franziskanerinnen Amstetten gefeiert wurde: Vier Ordensfrauen können zusammen auf 280 Professjahre zurückblicken. 

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Foto v.l.n.r: sitzend: Sr. Reinhilde Settele, Sr. Agnella Rohrhofer, Sr. Brigitte Braun. Stehend: Generalvikarin Sr. Elvira Reuberger, Pfarrer i. R. Franz Kaiser, Provinzial P. Siegfried Kettner, Sr. Marianne Marchsteiner und Generaloberin Sr. Franziska Bruckner. (c) Franziskanerinnen Amstetten

Eichenprofess

Die 99jährige Sr. M. Agnella Rohrhofer hat vor 80 Jahren ihre erste Profess gefeiert und konnte mit deutlich wahrnehmbarer Stimme die Gelübde erneuern. Dass sie die seltene Eichenprofess feiern konnte, verdankt sie auch ihrer Hartnäckigkeit, mit der sie es mit zwei anderen jungen Frauen erreichte, dass sie trotz aller Verbote durch die NS-Regierung 1940 Schulschwester werden konnte. Sie wirkte viele Jahre in den Schulen der Schwestern in Amstetten im kreativen Bereich und setzt ihr Geschick bis heute ein, um handwerkliche Kunstwerke zu schaffen.

Gnadenprofess

Sr. M. Reinhilde Settele feierte mit 70 Ordensjahren die Gnadenprofess. Auch ihr Lebensweg und der Weg in den Orden wurden durchkreuzt von den Wirren des zweiten Weltkriegs, von Flucht und schwierigem Neubeginn in Österreich. Mit der Profess im Jahr 1950 konnte sie den Wunsch, Schwester zu werden, den sie schon seit frühen Kindheitstagen mit sich trug, in der neuen Heimat verwirklichen. Sr. M. Reinhilde setzte ihre künstlerischen Fähigkeiten und ihre Liebe zu den jungen Menschen im Landesjugendheim Hollabrunn ein, wo sie 54 Jahre mit großem Einsatz tätig war. In Hainstetten, wo sie den Lebensabend verbringt, entstehen immer noch liebevoll gestaltete Kunstwerke und Weihnachtskrippen.

Zweimal Eiserne Profess

Sr. M. Brigitte Braun und Sr. M. Marianne Marchsteiner können auf 65 Ordensjahre zurückblicken. Sie feierten die Eiserne Profess. Beide Schwestern haben in verschiedenen Niederlassungen der Gemeinschaft der Franziskanerinnen ihren Weg der Nachfolge gelebt in treuem und gewissenhaftem Dienst in den Bereichen des Haushaltes, des Gartens und eben dort, wo „Not an der Frau“ war.

Den Festgottesdienst feierte mit der Corona bedingt kleinen Festgemeinschaft P. Siegfried Kettner, Provinzial der Salesianer Don Boscos in der Kapelle des Klosters in Hainstetten. Es war ein Fest der Freude und des Dankes für das beeindruckende Lebenszeugnis der vier Schwestern, die bis ins hohe Alter ihrem Versprechen treu bleiben, mit dem sie sich in jungen Jahren für ein Leben in Gottverbundenheit im Dienst an den Menschen entschieden haben.

[robert sonnleitner]