Videoserie: Ein #einfach nachdenklicher Sommer

Sr. Edith Bramberger von den Salvatorianerinnen hat gemerkt, dass das Wegfallen von zwischenmenschlichen Ritualen, wie das Händeschütteln oder Umarmen beim Begrüßen, viele Menschen verunsichert hat. Und auch über ihre eigene Verantwortung an dieser Pandemie denkt sie nach. Zum Video.

Sr. Edith Bramberger von den Salvatorianerinnen empfängt das Medienbüro im Garten der Schwesterngemeinschaft im 13. Bezirk Wiens. (c) Schauer

 

Wegfall von Ritualen

Persönliche Beeinträchtigungen erlebt  Sr. Edith Bramberger von den Salvatorianerinnen zurzeit vor allem in Begegnungen. „In unserem Kulturkreis sind wir es gewohnt, dass wir einander die Händeschütteln oder uns umarmen beim Begrüßen. Wenn solche Rituale, in denen sehr viel Unausgesprochenes kommuniziert wird, plötzlich verändert werden, bringt das Unsicherheiten.“

Plötzlich sei nicht mehr ganz klar, was beim Gegenüber ankomme und ob es das ist, was man selber auch wirklich vermitteln möchte.

"In Österreich leben wir privilegiert"

Das Ganze ist natürlich bewältigbar, vor allem wenn Sr. Edith die Corona-Situation hier in Österreich mit Ländern wie Indien, Sri Lanka oder den Philippen vergleicht, in denen die Salvatorianerinnen Niederlassungen haben: „Dort ist die Situation wesentlich dramatischer“.

Durch die Corona-Maßnahmen sind viele Jobs weggebrochen, vor allem die täglichen kleinen Gelegenheitsjobs, auf die vor allem die ärmere Bevölkerung in den Slums angewiesen ist. Ohne Einkommen leben jetzt viele von ihnen am Existenzminium. Im Vergleich dazu „leben wir in Österreich sehr privilegiert“.

Sr. Edith war früher in der Leitung der internationalen Administration der Salvatorianerinnen tätig und kennt deswegen viele Niederlassungen. Heute arbeitet sie im Missionsbüro der Schwestern und auch wenn sie nicht mehr so unterwegs ist, versucht sie, ihre Mitschwestern bestmöglich zu unterstützen.

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Sr. Edith Bramberger SDS und Elisabeth Mayr vom Medienbüro der Ordensgemeinschaften. (c) Schauer

Eine Kultur des „Genug“

Die Krise habe sie auch nachdenklich gemacht, inwieweit sie auch persönlich zur Ausbeutung von Lebensraum von Menschen und Tieren beitrage, was vermutlich die Hauptursache für die Pandemie ist. „Ich frage mich eben, wo braucht es hier ein verstärkte Kultur des „Genug“.

Antwort darauf findet sie etwa bei den Meisterinnen und Meister der christlichen Tradition der ersten Jahrhunderte: „Diese sagen, dass es uns glücklich macht wenn wir unsere Bedürfnisse auf die lebensfreundliche Schöpfungsidee Gottes ausrichten – oder auch darauf, was zu  mehr Liebe führt“. Sich in Zeiten wie diesen an daran zu erinnern sei sinnvoll.

 

[elisabeth mayr]