Benediktinerkloster Tabgha unter neuer Leitung

Mit Jonas Trageser bekommt das deutschsprachige Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth einen neuen Prior. "Die offizielle Amtsübergabe findet am Samstag, 23. Mai anlässlich des Kirchweihfests der Brotvermehrungskirche statt", bestätigte der 70-jährige Benediktinerpater der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA am Donnerstag in Tabgha. 

20200521 Taghba Kloster Foto Priorat TaghbaDas neue Klostergebäude wurde zwischen 2012 bis 2017 errichtet. (c) Priorat Taghba

Trageser wird weiterhin Geistlicher Rektor des Pilgerhauses Tabgha bleiben. Auf diese Weise sollen beide Schwerpunkte des Klosters künftig noch stärker miteinander verbunden werden, so der Benediktinerpater. Gegenwärtig leben acht Mönche in der Gemeinschaft, die als Priorat zur deutschsprachigen Benediktinerabtei Dormitio auf dem Jerusalemer Zionsberg gehört. Trageser übernimmt das Amt von Basilius Schiel, der das Kloster sechs Jahre lang geleitet hat.

Sobald die Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie es zulassen, wird der scheidende Basilius Schiel eine mehrmonatige Sabbatzeit in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier antreten.

Biblischer Ort der Brotvermehrung

Das am Nordwestufer des Sees Genezareth gelegene Tabgha gilt als Ort der im Neuen Testament überlieferten Brotvermehrung Jesu. Der Name leitet sich vermutlich vom griechischen "Heptapegon" ab und heißt "Siebenquell". Der Ort gehört mit Kafarnaum und dem Berg der Seligpreisungen zum "Evangelischen Dreieck", also jener Region, in der sich Jesus häufig aufhielt.

Vermutlich standen in Tabgha seit etwa dem Jahr 350 Kirchenbauten, bevor 551 ein schweres Erdbeben die Gebäude völlig einstürzen ließ und die kaum mehr besiedelte Gegend in Vergessenheit geriet. Der "Deutsche Verein vom Heiligen Lande" (DVHL) erwarb im 19. Jahrhundert das Gelände und errichtete ein erstes Pilgerhospiz.

In den 1930er Jahren wurden dort Mosaiken entdeckt, die älter als 1.500 Jahre sind. Ihr bekanntestes Motiv zeigt die Brote und Fische, mit denen Jesus laut den Evangelien seine Zuhörer speiste (Markus 6,41).

1982 weihte der damalige Kölner Kardinal Joseph Höffner über den byzantinischen Fundamenten einen Kirchenbau ein. Unter dem Altar findet sich der Fels, der beim Wunder der Brotvermehrung als Tisch gedient haben soll. Seit dem Jahr 2002 gibt es in direkter Nähe ein modernes Gästehaus des DVHL. Ein 2012 eingeweihter Klosterneubau wurde im Juni 2015 bei einem Brandanschlag jüdischer Nationalisten schwer beschädigt und nach längeren Renovierungsarbeiten im Februar 2017 wiedereröffnet.

Quelle: kathpress

[martin gsellmann]