Gottesdienst neu nach Corona: "Es ist wie es ist."

Nach über zwei Monaten konnte vergangenen Sonntag zum ersten Mal wieder ein öffentlicher Gottesdienst besucht werden. Wie gut wurde das Angebot genutzt? Ein Lokalaugenschein im Stift Altenburg.

Abt Haidinger Altenbrug

Die 11.00-Uhr-Messe im Stift Altenburg. (c) Martin Wadsack

„Heute war es noch etwas tastend, kommenden Sonntag dürfte es aber wieder mehr werden“, fasst Abt em. Christian Haidinger die ungewohnte Situation nach dem ersten „offenen" Sonntag zusammen. Und ungewohnt war vieles, nicht nur, dass das Stift statt zwei drei hl. Messen feierte - um 08.00 Uhr, 10.00 Uhr und 11.00 Uhr - sondern auch das Bild, dass sich den Besuchern bot: markierte Plätze, bereitstehende Desinfektionsmittel und sämtliche Menschen mit Mund-Nasen-Schutz. Aber: „Alles war absolut unproblematisch, unsere Messbesucher haben sich alle selbstständig an die Regeln gehalten. Wir hatten zwar wie vorgeschrieben zwei Ordner im Kirchenraum, die darauf achten sollten, dass die Menschen untereinander Abstand halten - die hatten aber keine Arbeit", so der Altabt.

Treue Messbesucher

Insgesamt waren mit insgesamt 70 Personen jedoch noch deutlich weniger Messbesucher vor Ort als vor der Krise. Ein Grund dafür war das eingeschränkte Platzangebot, ein weiterer die Unsicherheit ob der neuen Regeln während der Messe.  „Wir haben uns im Vorfeld drüber Gedanken gemacht, wer wohl kommt und wer nicht. Wir dachten, dass zu Beginn eher die treuen Messbesucher kommen werden – die, die auch schon vor der Krise jeden Sonntag eine Messe hier im Stift besucht haben.“ Diese Vermutung hat sich bewahrheitet, vor allem in der 8.00-Uhr-Messe waren viele bekannte Gesichter, geschützt hinter den Gesichtsmasken. Am besten besucht war die 10.00-Uhr-Messe, am wenigsten der „neue“ Gottesdienst um 11.00 Uhr, der dafür aber von jungen Familien in Anspruch genommen wurde.

Als besonders erbauend hat Abt Haidinger die musikalische Begleitung des Organisten empfunden, gesungen wurde nur Gloria, Halleluja und Sanctus. „Ich bin mir sicher, dass die schöne Musik viele Menschen darüber hinweggetröstet hat, nicht selber mitsingen zu können.“

Die Stimmung in den Messen war geprägt von einer großen Dankbarkeit - das habe man gespürt, trotz Mund-Nasen-Schutz, so Abt Haidinger. Wie geht es weiter? „Wir hoffen alle auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, auf das gemeinsame Singen und Beten, den Friedensgruß. Miteinander halt." 

[elisabeth mayr]