Ordensschulen unter Druck

"Kein Kind soll seinen Schulplatz aufgrund der aktuellen Krise verlieren." Das hat Clemens Paulovics, Bereichsleiter für Bildung und Ordensschulen der Österreichischen Ordensgemeinschaften, am Freitag in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress betont.

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Clemens Paulovics folgte Rudi Luftensteiner als Bereichsleiter für Bildung und Ordensschulen nach. (c) Martin Gröbner
 
Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen würden die Ordensschulen die Reduzierungen von Elternbeiträgen unterschiedlich handhaben. Allen gemeinsam sei jedoch, dass Härtefälle, wie etwa Arbeitslosigkeit von Eltern, immer berücksichtigt werden.

Einigkeit herrsche innerhalb der Ordensschulen, dass das Schulgeld grundsätzlich nicht reduziert werden soll: "Zum einen, weil es einen Jahresbeitrag darstellt, mit dem der Erhalter plant und wirtschaftet, zum anderen, weil die Infrastruktur, die damit bezahlt wird, ja auch während der Abwesenheit des Großteils der Kinder am Leben erhalten werden muss", so Paulovics. Während nun aber größere Schulvereine sich für einen generellen Verzicht auf Betreuungsgelder für die Nachmittage entschieden hätten, weil sie deren Entgang eine Zeit lang durch ein Verschieben von Investitionsvorhaben ausgleichen können, treibe die kleineren Schulerhalter schon eine teilweise Reduzierung rasch in einen Überlebenskampf.

Keine Kompensation durch Steuergeld oder Kirchenbeitrag


Die Ankündigung von Bildungsminister Heinz Faßmann, an den Bundesschulen vorerst keine Beiträge mehr einheben zu lassen, verbunden mit der Aufforderung an alle anderen Schulerhalter, dem Beispiel zu folgen, erhöhe den Druck zusätzlich. Während bei öffentlichen Schulen die fehlenden Einnahmen - "koste es, was es wolle" - von den Steuerzahlern abgedeckt werden, könnten die meisten Ordensschulen ihren Ausfall nicht kompensieren, so Paulovics.

Viele Schulträger versuchten nun durch Kurzarbeit bei ihren Freizeitpädagogen und bei Verwaltungs-, Reinigungs- und Küchenpersonal ihre Verluste in Grenzen zu halten. Paulovics: "Bleiben die Schulen jedoch im Mai und Juni weiter geschlossen, muss sich die Bundesregierung unbedingt auch für die katholischen Privatschulen eine Unterstützungsform einfallen lassen oder sie riskiert für mehrere Tausend Kinder und Jugendliche im Herbst Plätze an öffentlichen Schulen schaffen zu müssen - und zugleich einen wesentlichen und hochwertigen Beitrag zur Buntheit unserer Schullandschaft einzubüßen."
 
Quelle: kathpress
 
[martin gsellmann]