Die Ärmsten trifft es am härtesten

Obdachlose Menschen sind in Zeiten der Pandemie besonders gefährdet. Wo zu Hause bleiben wenn es kein Zuhause gibt? „Meine Sorge ist nicht der Virus, ich habe Angst vor dem Hunger“ sagt ein Betroffener in einem TV-Interview auf ORF2. Junge ehrenamtliche HelferInnen in Obdachlosenwerken werden besonders gesucht, da ältere Mitarbeiter selbst besonders gefährdet sind. Spendenlink

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Junge ehrenamtliche HelferInnen dringendst gesucht

Die „VinziWerke“ und andere NGOS in Wien rufen daher explizit junge Menschen dazu auf, sich ehrenamtlich um Obdachlose zu kümmern, um den Betrieb der Notschlafstellen weiter gewährleisten zu können, wie es auf der Website der „VinziWerke“ heißt.

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Ältere Mitarbeiter selbst gefährdet

Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien in höherem Alter und daher gefährdet. Da man diese bisherigen Helfer schützen wolle, richte man nun einen Appell an jüngere Menschen: „Bitte zeigt Solidarität und unterstützt uns in unseren Einrichtungen, um auch weiterhin für Menschen in Not da sein zu können“, so Nora Tödtling-Musenbichler, Koordinatorin der „VinziWerke Österreich“.

Gesucht werden Freiwillige für Tag-, Nacht- und Wochenenddienste in allen Einrichtungen der „VinziWerke“ Wien und Kochdienste zusätzlich in den Einrichtungen „VinziBett“ und "VinziDorf "Wien. Die Vinzi-Einrichtungen arbeiten „bis auf eine Ausnahme unter strenger Einhaltung aller Sicherheitsrichtlinien weiter“.

Shops geschlossen, Märkte offen

Geschlossen bleiben lediglich die „VinziShops“; die „VinziMärkte“ bleiben bis auf Weiteres geöffnet. Man habe derzeit noch genug Ware, um Menschen mit wenig Einkommen mit Lebensmitteln versorgen zu können. Termine der Anlaufstelle für Hilfsbedürftige (VinziTreff Wien) ist jedoch nur mit Voranmeldung möglich, externe Besuche in den Notschlafstellen und Dauerherbergen sind nicht möglich.

Bedürftigkeit nimmt in Krisenzeiten drastisch zu

Die zunehmende Bedürftigkeit zeigt sich am Beispiel der Erzdiözese Mailand: Die Tafeln der dortigen Caritas haben seit Ende Februar 30 Prozent mehr Lebensmittel ausgegeben. Grund ist laut Angaben der Organisation vom Dienstag eine zunehmende Bedürftigkeit von Familien seit Beginn der Corona-Notlage. So gebe es seit der Schließung der Schulen keine Schulessen mehr; Familien müssten das ausgleichen, schilderte Caritas-Direktor Luciano Gualzetti.

Zudem geraten nach Aussage der Caritas mehr und mehr Personen in wirtschaftliche Schwierigkeiten - bis hin zum Existenzminimum. Darunter sind demnach Hausangestellte und Pflegepersonen, die illegal arbeiteten und nun Unterstützung benötigten. Die von der Regierung geplanten Hilfsmaßnahmen seien für viele Betroffene ungeeignet, kritisierte die Caritas.


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Die Ärmsten trifft es jetzt am Härtesten (c) Vinziwerke

Päpstliche Maßnahme

Eine besondere Maßnahme will Kardinal Konrad Krajewski umsetzen. Er plädiert dafür, Gotteshäuser in Zeiten der Corona-Krise für Obdachlose zu öffnen. Pfarren sollten "die Kirchen offen halten, um Arme ohne Wohnsitz aufzunehmen", sagte Krajewski der italienischen Zeitung "La Repubblica". Auch wenn wegen des Versammlungsverbots in Italien Messen ausgesetzt seien, könne man in den Kirchen beten, "und wer kein Dach über dem Kopf hat, kann dort sein Zuhause finden".

Ansteckungsgefahr auf Straße

Wer im Freien schlafen müsse, könne sich schlecht vor Ansteckung schützen, argumentierte der Kardinal. Mitarbeiter in kirchlichen Hilfseinrichtungen spielten die Infektionsgefahr keineswegs herunter und beachteten die Schutzvorschriften der Gesundheitsbehörden, betonte er.

Vorschrift des Evangeliums ist zu helfen


Weiter rief Krajewski Familien und Pfarren zu zusätzlichem Engagement bei der Unterstützung von Notleidenden mit Mahlzeiten auf. Die Bedürftigen sollten in den jeweiligen Stadtvierteln versorgt werden, um überfüllte Essensausgaben zu verhindern. "Wenn alle mitmachen, schaffen wir es. Es ist die Vorschrift des Evangeliums, die uns das aufträgt", sagte der Kardinal.

Caritas „teilweise in Notbetrieb“

Auch die Caritas in Österreich ist bemüht, ihre Dienste aufrechtzuerhalten. Die Situation sei jedoch sehr herausfordernd, „wir müssen teilweise unsere Hilfsangebote zurückfahren und arbeiten in einem Notbetrieb“, sagte Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien in einer Aussendung.

Auch er beschreibt eine ähnliche Situation wie in Mailand: Von der aktuellen Lage besonders betroffen seien „jene Menschen, die bereits vor der Krise in Armutssituationen waren und Obdachlose“. Konkret brauche es jedoch verstärkt finanzielle Mittel für die Obdachlosenarbeit und für die Betreuung behinderter sowie pflegebedürftiger Menschen, so Schwertner. So hätten bereits viele ehrenamtliche Kochgruppen ihren Einsatz in der Wiener Obdachloseneinrichtung „Gruft“ abgesagt. „Klar ist, dass wir die Versorgung dieser Menschen dennoch aufrechterhalten wollen. Klar ist aber auch, dass wir hierfür auf Spenden angewiesen sind“, so Schwertner.

 

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Quellen: Vinziwerke, kath.press, orf.at

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