Abt in Quarantäne

Abt Pius Maurer vom Zisterzienserstift Lilienfeld hat sich aufgrund von Körperkontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft selbst unter Quarantäne gestellt. Auch bei ihm wurde ein Test durchgeführt und erwies sich heute als negativ. Seine Quarantäne dauert bis zum 22. März an. Die Zeit nützt er um für andere zu beten.

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"Ich möchte ja selber mein Möglichstes tun, dass ich niemanden anstecke." schreibt Abt Pius Maurer aus seiner Quarantäne. (c) magdalena schauer

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Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften erreichte heute Nachmittag ein direktes Schreiben von Abt Pius Maurer aus seiner Quarantäne:

Beten für ein baldiges Ende der Pandemie

"Heute habe ich, so wie schon gestern und vorgestern, die hl. Messe in der Prälaturkapelle gefeiert. Ich habe mich ganz in die Gebetsgemeinschaft mit den vielen eingefügt, die derzeit zu Hause beten oder über moderne Medien die hl. Messe mitfeiern.

Mir ist es wichtig, dass wir auf diese Weise die Gebetsgemeinschaft unterstützen, zu der in diesen Tagen die Bischöfe besonders aufgerufen haben. Wir haben jetzt besonders viel zu beten: für die Erkrankten, für die Gefährdeten, für die Ärzte, für die helfenden und pflegenden Leute, für die Einsatzkräfte, und dass die Pandemie bald wieder zu Ende geht.

Alleiniges Feiern der Hl. Messe

Bei der hl. Messe, die ich derzeit jeden Tag in der Prälaturkapelle feiere, darf derzeit niemand physisch dabei sein. Ich bin nämlich derzeit wegen des Corona-Virus in Quarantäne. Ich habe aber geistigerweise besonders meine beiden Pfarren Lilienfeld und Traisen, alle meine Mitbrüder und Mitarbeiter des Stiftes Lilienfeld, für meine Studenten und alle Verwandten und Bekannten in der kleinen Prälaturkapelle versammelt und für sie gebetet.

Obwohl ich die letzten zwei Wochen meistens vermieden habe, jemandem die Hand zu geben, muss ich zugeben, dass ich das nicht ganz konsequent gemacht habe. Vor genau einer Woche habe ich einem Herrn die Hand gegeben, der damals schon vom Corona-Virus infiziert war und zwei Tage später in das Krankenhaus schwer erkrankt eingeliefert wurde. Daher bekam auch ich von der Bezirkshauptmannschaft ganz korrekt laut dem Epidemiegesetz (1950) die Quarantäne verordnet. Weil ich die letzten Tage noch dazu einen leichten Schnupfen hatte, wurde ich am 13. März auf den Corona-Virus untersucht. 

Negatives Testergebnis

Heute mittags erhielt ich das Ergebnis: Ich bin nicht vom Corona-Virus infiziert. Dennoch muss ich bis zum Abend des 22. März 2020 in Quarantäne bleiben. Schließlich könnte in diesem Zeitraum diese stark infektiöse Krankheit noch zum Vorschein kommen. Ich möchte ja selber mein Möglichstes tun, dass ich niemanden anstecke.

Ich nutze die Zeit für mehr Gebet, für das Ordnen von Akten in der Prälatur (meinem Büro) und für das Lesen. 

Mit bestem Gruß,

Abt Pius"

 

[magdalenaschauer]