Schöne Kirche!

Am 6. 3. 2020 präsentierten die Österreichische Bischofskonferenz und die Österreichische Ordenskonferenz ein Kunstpflegehandbuch mit Titel „Schöne Kirche“ und überreichte es den MesnerInnen.

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Das Pflegehandbuch für kirchliche Kunst und Kulturgüter wurde von seinen AutorInnen und erzabt Korbinian Birnbacher mit Bischof Hermann Glettler präsentiert. (c) Gsellmann

Auf der Monumento, der Messe für Kulturerbe und Denkmalpflege im Messezentrum Salzburg, überreichten Referatsbischof Hermann Glettler und der Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz, Erzabt Korbinian Birnbacher, das Pflegehandbuch für kirchliche Kunst und Kulturgüter an Martin Salzmann, dem Vorsitzenden der Österreich Gemeinschaft der MesnerInnen und den jeweiligen regionalen VertreterInnen.

Rosemarie Schiestl, Diözesankuratorin der Diözese Gurk und Karin Mayer, Bereichsleiterin für Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz, stellten zu Beginn das Projekt als Redakteure gemeinsam mit Heimo Kaindl, dem steirischen Diözesankonservator, vor. Schon länger schlummerte das Projekt unter den kirchlichen KonservatorInnen, bis Hermann Glettler bei einem Gespräch den Termin 2020 und später den Titel „Schöne Kirche“ vorgab. Karin Mayer und Rosemarie Schiestl führten exemplarisch durch das 20 Kapitel starke Werk. So gibt es praktisch Wissenswertes zu Kerzen, Wachs, Figuren sowie Blumenschmuck, genauso wie auch essentielle Kapitel über das Raumklima oder der Kirchenreinigung. Wie wird Mobiliar, verschieden beschaffene Böden, behandelt, oder ein Luster geputzt? Wichtig war den RedakteurInnen auch die Verständlichkeit des Buches. Karin Mayer: „Wir wollen mit diesem Buch die Menschen unterstützen, die sich der Kirchen annehmen und sich für ihren Erhalt engagieren.“

Im Bewahren wachsen

Erzabt Korbinian Birnbacher nahm in seiner Begrüßung Bezug auf die Stiftsbibliothek St. Peter, Salzburg, deren Emblem den lateinischen Satz enthält: „Conservando cresco – im Bewahren wachse ich“. „Conservando cresco heißt in diesem Zusammenhang also auch, dass Menschen, die sich engagieren im Bewahren, Pflegen und Weiterentwickeln kirchlicher Räume, Objekte und Sammlungen letztlich an diesen ehrenamtlichen Aufgaben und im Einsatz an der Sache persönlich wachsen“, so Erzabt Korbinian Birnbacher.

Bischof Hermann Glettler sieht das Pflegehandbuch als „Wertschätzung in zwei Richtungen“. Einerseits den Bauten, Geräten und alles was diese Gebäude „schön“ mache, andererseits denen gegenüber „die die Arbeit an der Basis leisten“, so der Innsbrucker Diözesanbischof. Das gehe weit über den Erhalt von Sauberkeit hinaus. MesnerInnen setzten sich eben für „ihre Kirche, ihre Kapelle“ ein. Kirchen seien „Orte die eine Ahnung davon geben, dass der Himmel offen steht“. Kirchen seien eben keine Museen, sondern lebendige Orte des Glaubens, die Vergangenheit widerspiegeln und in denen das Glaubenszeugnis von heute formuliert werde: „Kirchen sind kein Museum, sie sind vielmehr Umschlagplatz für alle Erfahrungen, die uns zuinnerst in unserem Glauben berühren“.

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Das Redaktionsteam mit Bischof Hermann Glettler und Erzabt Korbinian Birnbacher. (c) Gsellmann

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"Unschätzbares Erbe"

Bischof Glettler bedankte sich beim Redaktionsteam und überreichte Mayer, Schiestl und Kaindl einen „ersten kirchlichen Preis für KonservatorInnen“, der spontan von Diözesankonservator Hubert Nitsch kreiert wurde. Stellvertretend für 25.000 MesnerInnen nahm Martin Salzmann, der Vorsitzende der Österreichischen Mesner Gemeinschaft das Buch aus den Händen von Erzabt Birnbacher und Bischof Glettler entgegen. Das gemeinsame Projekt der Bischofs- und Ordenskonferenz stattet jede Sakristei in Österreich mit dem Pflegehandbuch aus. Salzmann hob das Engagement der zu 90% ehrenamtlich Tätigen hervor. „Das unschätzbare Erbe ist in unsere Hände gelegt“, sagte Salzmann.

Auch würdigte der Präsident des Bundesdenkmalamtes Christoph Bazil das Projekt. Von 38.000 denkmalgeschützten Gebäuden seien ein Drittel in kirchlicher Hand. Das Bundesdenkmalamt hat fachmännisch die Entstehung des Buches begleitet. Bazil dankte den unzähligen Freiwilligen, die sich tagtäglich um den Erhalt der wertvollen Kulturgüter bemühen. Bazil: „Denkmäler sollen auch ein ‚Gebrauchsgegenstand‘ im Alltag sein. Er bedankte sich auch, dass alle Kirchen und Kulturgüter der Allgemeinheit offen stehen.

[martin gsellmann]

Abschließend bekamen die diözesanen Vertreter der Mesner je ein Exemplar überreicht. Das Buch ist im Fachhandel und über den Diözesanmuseumsverlag Graz erhältlich.