Früherer Seckauer Abt Johannes Gartner gestorben

Der emeritierte Abt von Stift Seckau, Johannes Gerhard Gartner, ist am Donnerstag, 20. Februar, im 80. Lebensjahr verstorben. Der Ordensmann und Altphilologe leitete das steirische Benediktinerkloster von 2000 bis 2010 und lebte seither in seinem Stammkloster Seitenstetten.

  Altabt Seckau Johannes Gartner ist im Februar verstorben

Altabt Johannes Gartner ist im 80. Lebensjahr verstorben. (c) Neuhold

Gartner wurde am 25. Mai 1940 mit dem Taufnamen Gerhard in Wien geboren. Nach dem Studium der Klassischen Philologie mit Promotion und Lehramtsprüfung in Latein und Griechisch unterrichtete er ab 1963 am Stiftsgymnasium Seitenstetten und studierte zugleich Theologie in Wien. 1967 folgte die Priesterweihe als Diözesanpriester der Diözese St. Pölten. Ab 1978 war er Rektor des Diözesanen Bildungshauses St. Hippolyt, von 1980 bis 1984 Spiritual im Priesterseminar.

1984 trat Gartner in das Stift Seitenstetten ein und erhielt den Ordensnamen Johannes. Er war hier Novizenmeister und Klerikermagister, unterrichtete am Stiftsgymnasium und an der theologischen Hochschule St.Pölten. Er beteiligte sich zudem an der Neuübersetzung der Regel des Hl. Benedikts sowie an dessen von Papst Gregor der Große verfassten Lebensbildes. Er war auch ein gefragter Prediger und Leiter von Einkehrtagen und Exerzitien.

1997 wurde Gartner von den Benediktinern in Seckau zum Abt gewählt - ein Amt, das er aber erst nach seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer und einer erneuten Wahl 2000 annahm. In seiner Amtszeit wurde u. a. das Internat aufgelassen und der Schwerpunkt auf die Tagesheimschule gelegt, zudem bekam die Gnadenkapelle ihre heutige Ausstattung.

Mit Erreichen des 70. Lebensjahres legte Gartner satzungsgemäß sein Amt nieder und kehrte in sein Professkloster Seitenstetten zurück. Bis zu einem schweren Schlaganfall am 2. November 2016, nach dem er halbseitig gelähmt war und nicht mehr sprechen konnte, war er Pfarrer der Seitenstettener Stiftspfarre Allhartsberg.

Das Hl. Requiem wird am Freitag, 28. Februar um 14.00 Uhr in Stift Seitenstetten gefeiert, wo auch im dortigen Klosterfriedhof die anschließende Beisetzung erfolgt.

Benediktinerabtei Seckau

Die Abeit wurde 1140 von Adalram von Waldeck als reguliertes Chorherrenstift gegründet und war von von 1218–1782 Bischofsitz der Diözese Seckau. Unter Joseph II. wurde das Kloster 1782 aufgehoben und erst 1883 als Benediktinerabtei wiedererrichtet. Zur Zeit steht dem Kloster Johannes Fragner als Prior Administrato vor. Hier gehts zu einem Porträt über die Beneditkiner von Seckau.

Quelle: Kathpress

[elisabethmayr]