Den Weg zu Gott zurückfinden

Lukas Dikany, der neue Abt des Stiftes Schlägl, war am 26. Jänner zu Gast in der "Linzer Torte" und verriet dort, was jetzt alles auf seiner "To-Do"-Liste steht, was er über den Zölibat denkt und wie es mit der katholischen Kirche weitergehen kann.

Dikany Abt Lukas Schlägl 700

Der 53-jährige aus Putzleinsdorf/OÖ ist seit Sommer 2019 der neue Abt des Klosters. (c) OG

Herr Lukas, so die offizielle Anrede bei den Prämonstratenser Chorherren, ist seit vier Monaten Abt des Stiftes Schlägl. Im ORF-Oberösterreich Radiointerview mit Jutta Mocuba hat er die erste Zeit Revue passieren lassen und festgehalten, wohin die Reise nun gehen soll. "Das Stift hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem geistlichen Zentrum entwickelt, das mit seinen Angeboten jährlich viele Menschen anzieht. Diesen Weg will ich weitergehen", so Dikany. Mit dem Angebot sollen Menschen mit den Themen Glauben und Leben in Berühung kommen. Auch möchte er die Gemeinschaft und das gute Leben in der Gemeinschaft zeigen, nach außen tragen. "So finden vielleicht auch wieder mehr Menschen Gefallen am Ordensleben und fassen Mut, einzutreten."

Gemeinschaft als Vorbild

Dabei denkt er an seine eigene Berufung und die Erfahrungen, die ihn schließlich ins Stift Schlägl geführt haben: Für ihn war es immer die gelebte Gemeinschaft von Gleichgesinnten. In seiner Kindheit war das vor allem die Katholischen Jungschar. Als er nach der Hauptschule ins Aufbaugymnasium nach Lambach kam, zog er aus dem familiären Zusammenleben der kleinen Gruppe im Internat viel Kraft. Besonders prägend war dann der erste Besuch bei den Ordensbrüdern in Stift Schlägl. Bei einem Abendessen lernte er die Gemeinschaft kennen. "Unvergesslich - bis heute", erinnert sich Lukas Dikany zurück, "ich habe sofort gewusst, dort gehör ich hin." Er sieht deswegen auch ganz klar seinen Auftrag als Abt dahingehend, diese gelebte Gemeinschaft zu stärken und deren Fortbestand zu sichern.

Zölibat bringt Freiheiten

Die Abschaffung des Zölibates sei für ihn keine Lösung, den Priestermangel zu beheben. "Das Zölibat ist eine frei gewählte Lebensform", und aus eigener Erfahrung könne er sagen, dass sie auch Freiheiten mit sich bringe und man sie nicht nur als Einschränkung sehen dürfe. "Ich habe etwa viel Zeit zu beten, und das schätze ich sehr." Das Gebet sei ein Fundament jedes geistlichen Lebens. Die heutige Krise ist seiner Meinung nach eine Glaubenskrise, die sich mit der Frage beantworten lässt:

"Wie finden wir unseren Weg zurück zu Gott?"

Das Interview können Sie hier nachhören. 

[emayr]