Ordensschulen schaffen Bewusstsein für die Schöpfungsverantwortung

Anlässlich der weltweiten Week For Future (Woche für die Zukunft) von 20. bis 27. September 2019, die im Earth Strike am Freitag ihren großangelegten Schlusspunkt findet, setzen viele Ordensschulen Schwerpunkte, die sich mit dem Thema Umweltschutz und Schöpfungsverantwortung auseinandersetzen.

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(c) Moritz Ettlinger/Pixabay

„Es geht uns um einen ganzheitlichen Ansatz, weil wir die Natur nicht als Um- sondern als Mitwelt sehen, die nicht missbraucht werden darf“, bringt es Rudolf Luftensteiner, Leiter des Bildungsreferates der Ordensgemeinschaften Österreich, auf den Punkt. „Wir müssen in dieser Welt mit dieser Welt leben.“ Umweltschutz müsse gerade für Christen verpflichtend sein, weil „wir dem Leben verpflichtet sind, und das endet nicht nur beim Menschen.“ Deshalb begrüße er, dass viele Ordensschulen nicht nur in der Week for future (20. Bis 27. September Schwerpunkte zum Themenbereich Umweltschutz gesetzt hätten, sondern dass dieses Thema im Sinne der Schöpfungsverantwortung das ganze Jahr aktuell sei.

Schulgemeinschaft Mary Ward (St. Pölten)
So veranstaltete die Schulgemeinschaft Mary Ward in St. Pölten zum Beispiel am 20. September 2019 einen „Klimatag“, der sich mit den Ursachen der Klimakrise und der globalen Erwärmung auseinandersetzte. In Form von Theaterstücken, Musikbeiträgen und Vorträgen, die die Schülerinnen und Schüler selbst geschrieben und gestaltet hatten, wurde über dieses Thema unterhaltsam informiert bis hin zu Tipps, was jede/r einzelne tun kann, um die Umwelt zu schützen. Eine Resolution bzw. Unterschriftlist fordert die Unterstützung der Fridays For Future – Bewegung und die „sofortige und entschlossenen Anstrengungen zum Klimaschutz in Übereinstimmung mit dem 1,5 Grad – Ziel des Pariser Klimaabkommens“.

Kollegium Kalksburg (Wien)
Die AHS des Kollegiums Kalksburg stellte das Schuljahr 2018/19 unter das Motto „Umweltschutz und Nachhaltigkeit  – was ist mein persönlicher Beitrag?“. Im Klassenverband wurden von den Schülerinnen und Schülern konkrete Projekte entwickelt, die dem Umweltschutz zugutekommen. Das erste Projekt wird jetzt umgesetzt: Eine Klasse sammelt rund um die Schule im Wienerwald Müll ein. Direktorin Irene Pichler: „Diese Projekte sollen in ein Gesamtkonzept, welches  mit den Schülervertreterinnen und Schülervertretern erarbeitet wird, eingebettet werden.“

NM Klosterschule Neusiedl
Das Jahresthema der NM Klosterschule Neusiedl am See lautet heuer „Sei du Zukunft!“ Fächerübergreifend werden sich die Klassen mit ökologischen Themen im Sinne der Schöpfungsverantwortung beschäftigen. Dazu sind Aktionen geplant, die im Entwicklungsplan festgehalten werden. Direktor Wolfgang Borbely: „Der Auftakt dazu war am 9. September 2019 bei der Wallfahrt in die Basilika nach Frauenkirchen, wo wir die Schülerinnen und Schüler in das Thema eingeführt haben.“

PORG Volders (Tirol)
Eine Schülerin der PORG Volders ist aktiv im Organisationsteam von "Friday's for Future" für Tirol tätig. Schulleiter Gerhard Waldner erlaubt als Schulleiter - mit Zustimmung der Eltern - die Teilnahme am Earth Strike am 27. September 2019.

Bildungszentrum Kenyongasse (Wien)
Das Bildungszentrum Kenyongasse wird verschiede Informationsschwerpunkte zum Thema Umweltschutz setzen. „Ich freue mich, dass auch wir der Teilnahme von Schülerinnen und Schüler an Aktionen für die Schöpfung, Umwelt und das globale Klima positiv gegenüber steht“, betont Sr. Judith Lehner vom Leitungsteam des Bildungszentrums. Sie stehe voll hinter dem Engagement der jungen Menschen für die Zukunft unseres Planeten, den Gott den Menschen anvertraut hat, dass wir Schöpfungsbericht in Genesis, 2 ‚ihn bebauen und hüten‘. Sr. Judith: „Als pensionierte/passionierte Pädagogin ist mir aber auch die Schulausbildung der Jugendlichen ein Anliegen - diese zu gefährden beeinträchtigt auch deren und der künftigen Generation Zukunftschancen.“ Sie selbst werde übrigens mit zumindest einer Mitschwester und an der Kundgebung Earth Strike teilnehmen.

Doch was sagen die Jugendlichen? Die 18jährige Schülerin Lea Paulovics ist seit März 2019 Aktivistin bei Fridays for Future. Für sie ist dieses Thema ein Herzanliegen, weil es „um meine Zukunft, um die Zukunft von Jugendlichen geht.“ Ihr Anliegen ist es, bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Bewusstsein zu schaffen, selber nachhaltig zu leben. „Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass es auch um ihre Zukunft geht.“ Überzeugungsarbeit gehe hier Hand in Hand mit Organisationstätigkeiten. „Und seit dem Sommer mache ich auch sehr viel Presse- und Medienarbeit.

Der Vorwurf vieler Erwachsener, die Jugendlichen würden nur auf die Straße gehen, weil sie so schulschwänzen könnten, weist sie entschieden zurück. „wir haben auch in den Sommerferien dafür gearbeitet, und wir waren auch an den Freitag in den Ferien auf der Straße, aber in unterschiedlichen Bezirken.  Der Vorwurf trifft auf niemanden von uns zu.“ Dass auch in den Schulen dieses Thema immer mehr Aufmerksamkeit findet, begrüße sie. „Das ist ein Thema, das gehört nicht nur in den Biologie- oder in Geographieunterricht, sondern das passt in jedes einzelne Fach hinein, weil es so vielfältig ist. Deshalb finde ich, dass das viel stärker in den Lehrplan der einzelnen Fächer verankert gehört.“

[rsonnleitner]