Salzburger Hochschulwochen 2019 über Komplexität und Einfachheit

Mit einem Ei - faszinierend schön in seiner Einfachheit und zugleich höchst komplexer Entstehungsort neuen Lebens - und dem Slogan "Simplify your life" werben die "Salzburger Hochschulwochen" heuer um Besucher und Studierende. Vom 29. Juli bis 4. August 2019 werden wieder hunderte Teilnehmer - darunter hochrangige Wissenschaftler, Philosophen und Theologen - in Salzburg erwartet, die über das Dilemma ausufernder Komplexität und die zugleich wachsende Sehnsucht nach Einfachheit diskutieren. Bei der Workshop-Reihe "Benedictine Banter" werden zwei junge Ordensleute am Thema Komplexität und Einfachheit orientiert durch das Stift St. Peter führen. #einfach

20190717 Publikum bei den Salzburger Hochschulwochen Foto Henning Klingen

Publikum bei den Salzburger Hochschulwochen 2016. Foto:© Henning Klingen

"Unsere Welt ist irreduzibel komplex geworden. Sei es Migration, Digitalisierung, Klimawandel, Finanzmärkte - nirgends gibt es simple Lösungen", schreibt Hochschulwochen-Obmann Martin Dürnberger auf der Website der Hochschulwochen. Die Komplexität betreffe Technologien ebenso wie politisch-gesellschaftliche Herausforderungen sowie persönliche und moralische Fragen. Dagegen werde mit dem Slogan "Simplify your life" an eine tief sitzende Sehnsucht appelliert und zugleich die "Verlockung fundamentalistischer Vereinfachung" ausgesprochen. Die Hochschulwochen wollten diesen Fragen interdisziplinär nachgehen und dabei auch die Frage stellen, welche Ressourcen der Glaube einbringe, "um die Sehnsucht nach Einfachheit sinnvoll zu kultivieren - und komplexitätsfit zu werden?"

Höhepunkte der Hochschulwoche sind u.a. die Verleihung des renommierten "Theologischen Preises", der heuer am 31. Juli an den deutschen Theologen Karl-Josef Kuschel für sein theologisches Lebenswerk verliehen wird, sowie - als kultureller Höhepunkt - ein Sommerfest samt Talk-Runde mit dem Salzburger Erzbischof Franz Lackner, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspieler Gregor Bloeb am 1. August im Bischofsgarten. Besonderheiten stellen in diesem Jahr außerdem eine Autorenlesung mit dem Literaten Patrick Roth ("Die Christus Trilogie") am 2. August dar sowie neue Veranstaltungsformate in Form etwa eines mehrtägigen Workshops für Studierende ("Theologian in Residence" mit Aaron Langenfeld) und der Workshop-Reihe "Benedictine Banter", bei der zwei junge Mönche am Thema Komplexität und Einfachheit orientiert durch das Stift St. Peter führen.

Offiziell eröffnet wird die Hochschulwoche am Montag, 29. Juli, von Erzbischof Lackner. Den liturgischen Auftakt bildet ein vorausgehender Gottesdienst in der Franziskanerkirche mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Es folgen Vorträge u.a. vom Freiburger Theologen Prof. Magnus Striet, von der Wiener Literaturwissenschaftlerin Prof. Eva Horn, vom Münsteraner Islamwissenschaftler Prof. Thomas Bauer, von der Magdeburger Professorin für Fernsehjournalismus, Claudia Nothelle, vom Salzburger Politikwissenschaftler Prof. Reinhard C. Heinisch und anderen.

Den Abschluss der Hochschulwoche bilden ein Gottesdienst im Salzburger Dom am 4. August mit dem der Südtiroler Bischof Ivo Muser und ein anschließender Akademischer Festakt in der Universitätsaula. Den Festvortrag wird heuer der langjährige und per 1. Oktober scheidende Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, halten. Schmidinger ist Philosoph und Theologe und war u.a. von 1993 bis 2005 Obmann der "Salzburger Hochschulwochen". Sein Festvortrag steht unter dem Titel "Humanismus in Zeiten wie diesen".

Website der Salzburger Hochschulwochen

[hwinkler]