Novizitatslehrgang der Frauenorden: viele Charismen, ein gemeinsamer Weg

Gott sprach zu Mose: „Ich bin der ICH-bin-da!“ Nicht der, der einmal da war – das wohl auch. Nicht der, der einmal da sein wird – das schon auch. Aber Gott ist gegenwärtig im JETZT. Mit diesem Impuls, der auf Lk 12, 54-56 Bezug nimmt, begann der Steyler Pater Norbert Cuypers (SVD) am 3. Juni 2019 die 6. Noviziatswerkwoche der österreichischen Frauenorden, die bis zum 7. Juni  im geistlichen Zentrum der Franziskanerinnen in Vöcklabruck zu den Themen Ordenstheologie und Armut stattfindet.

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Fotos: Elisabethinen Graz

Gut betreut und begleitet von der Organisatorin Sr. Vera Ronai von den Grazer Schulschwestern und unter der spirituellen und theologischen Anleitung von Pater Cuypers tastet sich der Ordensnachwuchs an die Fragen „Ordensleben heute“, „Die Zeichen der Zeit wahrnehmen und Gottes Willen erkennen und leben“ und „Das Wertvolle bewahren und Neues zulassen“ heran. Doch besonders wichtig ist für alle das Erleben der Gemeinschaft, der Austausch, die Diskussion.

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Sr. Vera Ronai und P. Norbert Cuypers

Auf diesem Kurs begegnen sich zwei Kontinente, verschiedene Ordensgemeinschaften, die Charismen von Kontemplation und Mission, Schul- und Spitalsorden, mehrere Nationalitäten und Berufene unterschiedlichen Alters – und doch liegt gerade darin die Bereicherung: ein Weg, ein Ziel und voneinander lernen.
Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, ist Gott gegenwärtig.

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Dankbar in die Geschichte des Ordenslebens blicken, mutig die Beziehung zwischen Ordensleben und Gesellschaft in unserer Zeit reflektieren: beides ist wichtig. Dabei wird deutlich, dass es keineswegs reicht, das Evangelium im Kloster nur zu lesen und zu meditieren. Vielmehr lautet die Frage, ob und wie sich junge Ordensfrauen vom Evangelium noch hinterfragen lassen. P. Cuypers: „Entsprechen unsere Dienste und unsere Werke dem, was der Geist von unseren GründerInnen verlangt hat; sind sie geeignet, deren Ziele in der Gesellschaft und der Kirche von heute zu verfolgen? Gibt es etwas, das wir ändern müssen?“ Anhand von gelebten Beispielen aus der heutigen Welt der Orden dürfen die jungen Ordensfrauen erfahren, dass es sich immer noch lohnt, sein Leben für die biblische Botschaft einzusetzen. Mit Gott im Heute leben ist und bleibt eine spannende Lebensaufgabe.

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[hwinkler]