Zwei Österreichische Frauenorden machen TV-Experiment mit

Es war ein außergewöhnliches und neues Experiment, auf dass sich die Marienschwestern vom Karmel aus Linz eingelassen haben: Für ein TV-Projekt von Kabel 1 haben sie ihre Pforte  für 4 junge Frauen aus Deutschland geöffnet. Das Besondere daran: Der Alltag der zwischen 16 und 21 Jahre alten Frauen dreht sich im wirklichen Leben um Partys, Shoppen und vor allem um die virtuelle Handywelt. Dass sie das TV-Experiment in ein Kloster führen werde, erfuhren Gabriela, Grace, Maria und Sophia erst bei ihrer Ankunft in Linz.  "Mit dem Format ist eine Zielgruppe angesprochen, die das Evangelium nach Jesus eigentlich am meisten brauchen, bräuchten." sagt Ferdinand Kaineder, Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften zur Sendung. Link zum Nachschauen

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"Ab ins Kloster- Rosenkranz statt Randale" heißt die Sendung in der das Experiment der Marienschwestern auf Kabel 1 gezeigt wurde.

"Weihrauch statt Zigaretten, Bibel statt Smartphone, Rosenkranz statt Randale - hier steht die Welt Kopf! Pro Folge lassen sich vier junge Menschen auf ein Experiment ein und finden sich prompt vor den heiligen Mauern eines Klosters wieder. Für einige Tage müssen sie Party, Alkohol und Social Media aufgeben, um sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen. Wer schafft es, sich den strengen Ordensregeln anzupassen und wer scheitert an der täglichen Arbeit der Mönche und Nonnen?" so wird das TV-Projekt von Kabel 1 beworben. Mitgemacht haben unter anderen die Marienschwestern vom Karmel, deren Sendung gestern ausgestrahlt wurde und die Zisterzienserinnen von Marienkron, deren Sendung noch aussteht.

 

Dankbar für die Erfahrung

Die Generaloberin der Marienschwestern, Sr. Michaela Pfeiffer hat sich heute, am Tag nach der Ausstrahlung der Sendung freudig bei all ihren Mitschwestern dafür bedankt, dass sie das Projekt mitgetragen und es zu einem Erfolg gemacht haben. Sie sieht die Zeit mit den Mädchen im Nachhinein als sehr spannend und wertvoll an. „Ich bin ungemein dankbar, dass wir uns darauf eingelassen haben, da wir als Gemeinschaft hautnah gespürt haben, wie ein größerer Teil der jungen Leute heute wirklich lebt.“

Filmprojekt als Herausforderung

Aber natürliche sei das ganze Projekt auch für die Gemeinschaft der Marienschwestern eine große Herausforderung gewesen, da ja nicht nur die Mädchen, sondern vor allem das Kamerateam ständig anwesend war und auch die Schwestern ihre Hemmungen diesbezüglich erst ablegen mussten.

Es ist gut, wenn wir uns schön machen

Besonders im Vordergrund stand für die jungen Frauen ihr eigenes Äußeres, die Schönheit und das „gestylt sein“. Das verurteilte die Generaloberin aber keineswegs, denn: „Gott hat uns schön geschaffen und es ist gut, wenn wir uns äußerlich schön machen und schön sein wollen. Das ist so gedacht von ihm. Aber alles hat seine Grenzen und bei den Mädchen spürt man, dass hinter diesem Drang eine ganz andere Sehnsucht steckt!“
So hätten alle Mädchen eine große Sehnsucht nach Liebe und Angenommenheit in sich getragen. Könnten sie diese Bedürfnisse stillen, so müssten sie vieles von sich nicht mehr so öffentlich auf Instagram und anderen Social Media Portalen präsentieren, ist sich Sr. Michaela Pfeiffer sicher.

Angestoßene Denkprozesse

Dass die Woche in den Teilnehmerinnen durchaus Denkprozesse angestoßen hat und die Mädchen auch von ihrer Egozentrik abenkte, haben die Schwestern immer wieder in kleinen Momenten erlebt. So habe beispielsweise ein Mädchen Sr. Michaela gezeigt, dass sie viel freizügige Kleidung eingepackt habe, aber ihr dann erklärt, dass sie spüre, dass das nicht an diesen Ort passe und sie sie deshalb auch nicht trage.

Pastoraler Impuls nach Niederschwelligkeit

Auch an den Marienschwestern selbst ging die Erfahrung der Projekts keineswegs spurlos vorüber. Für sie ergab sich ein besonderer Pastoraler Impuls aus den Erlebnissen: Niederschwelligere Angebote zu machen. Sie haben erkannt, dass viele junge Menschen voller Sehnsucht und gleichzeitig orientierungslos sind. Auf sie wolle man in Zukunft besser zugehen, beispielsweise in Form von unverbindlichen Wanderungen bei denen man ins Gespräch kommen könne etc. Wichtig sei, Räume zu schaffen in denen Wünsche geäußert und gehört werden können, ohne große Anfangsbarrieren.

Resümierend ist sich Sr. Michaela Pfeiffer aber sicher, dass auf der Herzensebene eine Begegnung gelungen ist, auch wenn zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinandergekommen sind.

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[mschauer]