Collegium Bernardi öffnet Schule für Mädchen

2015 03 02 collegium bernardi 120Das Collegium Bernardi öffnet ab dem Schuljahr 2016/17 die ersten Klassen auch für Mädchen. Der Entscheidung vorgegangen war eine intensive gemeinsame Auseinandersetzung von Kloster- und Schulleitung. Die Gründe für die Öffnung: Monoedukation ist nicht mehr zeitgemäß, die Gleichberechtigung der Geschlechter, das gegenseitige voneinander Profitieren sowie die Erhöhung der Zahl der potentiellen Interessenten. 

Wie Abt Anselm van der Linde und Direktor Mag. Christian Kusche am 27.02. offiziell bekanntgaben, öffnet das Collegium Bernardi ab dem Schuljahr 2016/17 seine Türen auch für Mädchen. „In den vergangenen Monaten haben wir uns im Rahmen eines ständigen Schulentwicklungsprozesses intensiv mit dem Thema der Koedukation – also der gemeinsamen Bildung von Mädchen und Jungen – auseinandergesetzt. Wir wägten Für und Wider ab und entschieden uns dafür, uns von der reinen Jungenschule zu verabschieden. Tradition spielt in einem geschichtsträchtigen Haus wie dem Collegium Bernardi natürlich eine große Rolle, trotzdem verschließen wir uns nicht vor Innovationen und Veränderungen“, informiert Abt Anselm van der Linde. Mädchen sind ab dem Schuljahr 2016/17 in der Ganztagsschule mit Tages- und Mittagsbetreuung willkommen – das Internat bleibt männlich. Zudem gilt die Koedukation zunächst ausschließlich für die ersten Klassen – ein „Quereinstieg“ von Mädchen in eine höhere Schulstufe ist nicht möglich. Die jetzigen Schüler sind von der Neuerung nicht betroffen. Sie schließen das Gymnasium in ihrem gewohnten Klassenverbund ab. „Die Gründe für die Entscheidung, die Schule auch für Mädchen zu öffnen, sind vielschichtig. Zum einen – die Tradition einer reinen Jungenschule geht bis ins Jahr 1854 zurück – entspricht Monoedukation nicht mehr unseren modernen Ansätzen. Mädchen und Jungen sollen sich unverkrampft begegnen, die Einübung von Geschlechterrollen und -beziehungen ist Teil unseres pädagogischen Auftrags und soll auf die Zukunft im Hier und Heute vorbereiten“, erklärt Direktor Christian Kusche und ergänzt: „Zum anderen ist natürlich auch der ‚Wettbewerb’ um die Volksschülerinnen und Volksschüler nicht außer Acht zu lassen. Die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr 2015/16 sind ausgesprochen gut. Doch durch die Aufnahme von Mädchen erhöht sich die Zahl potentieller interessierter Kinder und deren Eltern am Collegium Bernardi“.

Vorbereitungszeit für Umbau und pädagogisches Konzept

Mit der Aufnahme von Mädchen sind im Collegium Bernardi einige infrastrukturelle Anpassungen notwendig. „Da im Internat weiterhin nur Jungen wohnen, halten sich die baulichen Veränderungen in Grenzen. Für eine Trennung der WC-Anlagen und Umkleideräume in der Turnhalle haben wir genügend Platz“, informiert Kusche. Darüber hinaus erarbeitet die Schulleitung gemeinsam mit Lehrer/innen und Erzieher/innen bis Herbst ein pädagogisches Konzept. „Wir wollen einen Unterricht anbieten, der Mädchen und Jungs anspricht und ihre jeweiligen individuellen Bedürfnisse sowie Stärken berücksichtigt. Zudem ist auch das Thema ‚Sozialkompetenz’ ein großes – hier profitieren Mädchen und Jungen ungemein voneinander. Ein Beispiel: Am zuerst rein weiblichen Realgymnasium der Ursulinen in Innsbruck, das seit diesem Schuljahr auch Jungen aufnimmt, hat sich die Koedukation bis jetzt gut bewährt.“

Definierte Werte bleiben

Mädchen sowie Jungen absolvieren gemeinsam ab dem Schuljahr 2016/17 das Collegium Bernardi. Die Betreuungsformen Ganztagsschule bzw. der Besuch des Gymnasiums mit Mittagsbetreuung steht Mädchen und Jungen ohne regionale Beschränkung offen. „Wir halten als Bildungseinrichtung selbstverständlich auch in Zukunft an den bewährten definierten Werten und Aufgaben fest, fordern und fördern die Kinder individuell und begleiten sie auf ihrem Weg zur Hochschulreife sowie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung“, so Kusche abschließend.

Collegium Bernardi

Im Collegium Bernardi betreuen 43 Lehrerinnen und Lehrer bzw. zehn Erzieherinnen und Erzieher insgesamt 225 Schülerinnen und Schüler. Die Schulformen sind die klassische gymnasiale Langform bzw. mit Sportschwerpunkt (Fußball, Handball, Segeln und Rudern). Das private Gymnasium kann mit Tagesbetreuung (Ganztagsschule), mit Mittagsbetreuung und mit Internat besucht werden.

Quelle Foto: Collegium Bernardi

[rs]