Ordensschulen trauern um Helmut Engelbrecht

2014 12 01 engelbrecht 120Mit Helmut Engelbrecht verstarb am 23. November 2014 wohl die Koryphäe auf dem Fachgebiet der Bildungsgeschichte bzw. Geschichte der österreichischen Ordensschulen. Der ehemalige Direktor des Kremser Piaristengymnasiums schrieb zu diesen Themen zahlreiche Standardwerke und hatte sich damit einen weit über Österreich hinaus gehenden Namen geschaffen.

Helmut Engelbrecht wurde 1924 in Ysper (NÖ) geboren und besuchte das Piaristengymnasium in Krems, wo er 1943 die "Reifeklausel" ablegte. Nach Kriegsende 1945 inskribierte er an der Universität Wien Germanistik, Philosophie und Geschichte. Bereits drei Jahre später schloss er das Studium mit Auszeichnung ab und unterrichtete anschließend an verschieden Gymnasien in Niederösterreich. 1970 wurde er Direktor des Piaristengymnasiums ins Krems; "seiner" Schule blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 treu.

An der Universität Wien war Engelbrecht ab 1967 als Lehrbeauftragter und ab 1987 als Honorarprofessor tätig, wo er die für angehende Gymnasiallehrer verpflichtende Vorlesung „Geschichte des österreichischen Bildungswesens“ hielt. Unter seinem Namen erschienen insgesamt 150 Veröffentlichungen über die Historiographie der Erziehung. Seine sechsbändige "Geschichte des Österreichischen Bildungswesens" gilt als Standardwerk zu diesem Thema.

Ähnliches kann man auch über sein Buch "Relikt oder Zukunftsmodell?" sagen, das die geschichtliche Entwicklung und die Zukunftsperspektiven der heimischen Ordensschulen bzw. katholischen Privatschulen umfassend darstellt.

Helmut Engelbrecht erhielt zahllose Ehrungen, Auszeichnungen und Preise. Erst im April 2014 hatte ihn die Österreichische Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitglied der philosophisch-historischen Klasse ernannt - die höchste Ehrung, die ein österreichischer Wissenschaftler erhalten kann.

Quelle Foto: Alpen-Adria Universität Klagenfurt

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