Wie man Mönche zu Millionären macht

wallner josef 120In der Kolumne "Unter uns" schreibt Josef Wallner von der Kirchenzeitung seine "Erfahrung und Einschätzung" zu jenem Thema, das durch den Limburger Bischof so massiv in die Öffentlichkeit katapultiert wurde:

 "Ausgelöst von der Diskussion um das Bischofspalais in Limburg gibt es kein Halten mehr. Es geht plötzlich um die Reichtümer der Kirche überhaupt, oft festgemacht an den Stiften. Ein Unter Uns von Josef Wallner.
Glaubt man Fernsehbeiträgen und Zeitungsartikeln, müsste jeder einzelne Mönch Multimillionär sein. Ich habe acht Jahre das Stiftsgymnasium in Seitenstetten besucht, aber mir wäre der immense Reichtum nicht aufgefallen. Dass die einzelnen Patres nur ein kleines Taschengeld zur Verfügung hatten und haben, ­nötigt mir Respekt ab. Ihr Verdienst geht in die ­Gemeinschaftskassa und wird für Schule, Bildungszentrum, Erhaltung der Gebäude ... verwendet. Die Frage stellt sich natürlich schon, wie man in einem barocken Ensemble mit Marmorsaal und Sommerrefektorium, Forstwirtschaft und Zinshaus in Wien das Gelübde der Armut leben kann. Das bleibt eine Herausforderung und vermutlich werden die Mönche noch viel mehr als bisher nachdenken müssen, wie man die Gesetze der Wirtschaft und die Regel des heiligen Benedikt glaubhaft unter ­einen Hut bringt. Aber das kann nicht verdecken, dass rund um das Stift – ganz schlicht gesagt – viel Gutes geschieht. Vielleicht ist es jetzt, wo Verdächtigung und Häme über die Ordensgemeinschaften gegossen werden, an der Zeit, öffentlich für sie Stellung zu nehmen oder ihnen einfach einmal Danke zu sagen."
(Josef Wallner)

Quelle: Kirchenzeitung

[fk]