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Warum manche Menschen schwer an COVID‐19 erkranken

Internationale Forscherinnen und Forscher haben mit Beteilung des Klinikum Wels-Grieskirchen einen Nachweis gefunden, warum manche Menschen schwerer an COVID-19 erkranken als andere.

 

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 Das Klinikum Wels-Grieskirchen beteiligte sich an einem internationalen Forschungsprojekt, das herausfand warum manche Menschen schwerer an COVID-19 erkranken als andere. (c) Robert Maybach / Klinikum Wels-Grieskirchen

Genvariante verantwortlich für schweren Krankheitsverlauf

Das internationale Forschungsteam mit Welser Beteiligung fand heraus, dass eine genetische Veranlagung mit einem schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung zusammenhängt. Die Studienergebnisse können in Zukunft helfen, das Risiko von Coronapatienten für einen schweren Verlauf schneller abzuschätzen.

„Bereits zu Beginn der Pandemie zeigte sich, dass manche Menschen bei einer Infektion mit SARS-CoV‐2 nur ganz leichte Beschwerden entwickeln oder sogar asymptomatisch bleiben, wohingegen andere schwer erkranken oder sogar daran versterben“, erklärt Ronald Binder, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, am Klinikum Wels‐Grieskirchen.

Rasch konnten Faktoren identifiziert werden, die mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden sind – wie höheres Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder relevante Vorerkrankungen. „Trotzdem waren wir immer wieder überrascht, wenn jüngere, gesunde Menschen schwer erkrankten oder ältere, gebrechliche Patienten den Infekt ohne relevante Beschwerden überstanden“, so Binder.

Internationales Forschungsprojekt gestartet

Um dieses Phänomen weiter zu untersuchen, beteiligte sich das Klinikum Wels‐Grieskirchen an einem internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung der Charité Berlin. Im Ordenskrankenhaus in Oberösterreich wurde die Studie von Kathrin Danninger, Fachärztin der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin am Klinikum Wels‐Grieskirchen, betreut.

Genvariante verdoppelt Risiko, maschinell beatmet zu werden

Die Forscher fanden heraus, dass das sogenannte Humane Leukozytenantigen-System (HLA-System) eine wichtige Rolle für den Krankheitsverlauf spielt. Etwas mehr als zehn Prozent aller Österreicher sind Träger dieser Genvariante und haben dadurch im Falle einer SARS‐CoV‐2‐Infektion ein zweifach höheres Risiko einer intensivmedizinischen Behandlung mit künstlicher Beatmung.

Laut Binder wäre es in Zukunft vorstellbar, Patienten mit COVID‐19 auf diese Genvariante zu untersuchen, um eine frühe und bessere Risikostratifizierung vorzunehmen. „Diese HLA‐Variante wurde schon früher mit einem schweren Verlauf einer HIV‐Infektion in Zusammenhang gebracht und scheint eine wichtige Rolle bei der Abwehr und beim Schweregrad von Viruserkrankungen zu spielen“, so der Experte.


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Klinikum Wels-Grieskirchen

[kerstin stelzmann]

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