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Vorbereitungsdokumente für die Synode vorgestellt

Der Vatikan hat für die im Oktober beginnende Weltbischofssynode das Vorbereitungsdokument und das Vademecum veröffentlicht, die den Ortskirchen als Leitfaden dienen soll. Auch die Ordensgemeinschaften laden im Jänner 2022 zu gemeinsamen Studientagen zum synodalen Prozess.

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Mit der kommenden Weltbischofssynode will der Papst die Katholische Kirche synodaler machen: Einzelne, Gruppen und Verantwortliche sollen stärker aufeinander hören und mehr Menschen beteiligt werden. Nur so könne sich die Kirche Herausforderungen stellen und die christliche Botschaft angemessener bezeugen.

Das vom Generalsekretariat der Bischofssynode veröffentlichte Vorbereitungsdokument trägt den Titel "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung". Es skizziert den Kontext, in dem die Weltsynode stattfindet: Covid-19-Pandemie, soziale Ungleichheit, Missbrauchsskandale in der Kirche, Klimawandel, Migration. Zugleich beschreibt es den Stil des synodalen Prozesses. Statt um parlamentsartige Abstimmungen gehe es um sorgfältiges Aufeinander-Hören, mutige Visionen, Gebet, Besinnung, Austausch. Ziel sei, in der jeweiligen Situation den Willen Gottes zu erkennen. Als Appell zum "gemeinsamen Gehen" folge der Weg der Synodalität dem vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgeschlagenen "aggiornamento".

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DIe Ordensgemeinschaften laden zum Studientag. (c) OG

Hauptziele der Weltsynode

"Synodalität als Form, als Stil und als Struktur der Kirche durchdeklinieren": Darauf sind laut Vatikan die Hauptziele der Weltsynode ausgerichtet. Sinn des Weges sei vor allem, "das Antlitz und die Gestalt einer synodalen Kirche zu entdecken, in der jeder etwas zu lernen hat: das gläubige Volk, das Bischofskollegium, der Bischof von Rom - jeder im Hinhören auf die anderen und alle im Hören auf den Heiligen Geist". Insbesondere dürften die Bischöfe auf dem synodalen Weg keine Angst haben, der ihnen anvertrauten Herde zuzuhören, heißt es im Vorbereitungsdokument.

Gesonderter Aufruf an Ordensleute

Bereits im Juni erging ein vatikanisches Schreiben an alle Männer und Frauen des geweihten Lebens, in dem Joao Braz Kardinal de Aviz diese nochmals zur Teilnahme an den synodalen Prozess ermunterte. Diese sollen in der ersten Phase der Synode, in der es um das Zuhören geht, ihre Erfahrungen, Einsichten und Wünsche "in aller Freiheit, ohne Scheu oder Minderwertigkeitsgefühle" bekannt geben. Das sei wichtig, da manche Pfarren in den Diözesen wenig über die Gemeinschaften und deren Charismen vor Ort wissen. Das trenne das geweihte Leben von der Ortskirche wenngleich doch das "gemeinsam Gehen" ebenfalls Teil des synodalen Prozesses ist.

Kurienkardinal Mario Grech ermutigte die Ordensleute in einem Schreiben im August, "Tag und Nacht" für das Gelingen der Synode zu beten. Der Leiter des vatikanischen Synodensekretariats verweist darauf, dass ohne Gebet alle Bemühungen "fruchtlos" zu enden drohten. Und: Gerade die monastischen, kontemplativen Gemeinschaften der katholischen Kirche könnten einen wichtigen Beitrag leisten. Ihre Mitglieder seien in vielerlei Hinsicht "Experten" für ein funktionierendes synodales Miteinander.

Die Österreichische Ordenskonferenz lädt am 18. bzw. 20. Jänner 2022 zu Studientagen (Wien, Salzburg), an denen sich Ordensleute im gemeinsamen Austausch an dem synodalen Weg beteiligen können. Genauere Infos dazu werden noch bekannt gegeben. 

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 Der Papst lädt alle ein, sich bei der Weltsynode zu Wort zu melden. (c) Mazur/catholicnews.org.uk

Leitfaden für synodalen Prozess

Ein parallel veröffentlichter Leitfaden, "Vademecum" genannt, gibt zudem Hinweise, wie Verantwortliche in Diözesen, Orden, geistlichen Gemeinschaften und Verbänden solche synodalen Treffen organisieren können. Der Leitfaden warnt vor Fallstricken und umreißt mögliche Themenfelder. In dem dazu gehörenden Fragenkatalog geht es eher um Verfahren und die Einstellung der Beteiligten als um detaillierte inhaltliche Themen.

Das Vorbereitungsdokument erwähnt und würdigt bereits bestehende synodale Prozesse und Wege, etwa in Lateinamerika, Irland, Deutschland und Australien sowie in einzelnen Diözesen. Von den in Deutschland behandelten Themen tauchen stichwortartig die kritische Rückfrage an kirchliche Strukturen auf, Missbrauch, Klerikalismus. Gefordert wird auch, auf jene zu hören, die in der Kirche bislang weniger zu Wort kommen: junge Menschen, Frauen, Arme, Ausländer, aus der Kirche Ausgetretene.

Zweite Phase auf Kontinentalebene

Nach einer ersten gut halbjährigen Phase auf Ebene der Ortskirchen folgt 2022/2023 ein weiterer synodaler Prozess auf Kontinentalebene, in Europa über den Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Dieser wiederum mündet in eine Versammlung der Bischofssynode selbst im Oktober 2023 in Rom. Die jeweiligen Zwischenergebnisse werden von Bischofskonferenzen und Synodensekretariat ausgewertet und zusammengefasst, um der nächsten Runde als Arbeitsgrundlage zu dienen.

Ab 2024 sollen die Ergebnisse der Bischofssynode weltweit vor Ort implementiert werden. Ziel ist es, bei allem eine möglichst große Zahl auch sehr unterschiedlicher Mitglieder der Kirche zu beteiligen. Bereits 2018 hatte Franziskus die Ordnung der 1965 von Papst Paul VI. gegründeten Bischofssynode so geändert, dass Vor- und Nachbereitung ein größeres Gewicht bekommen und daran mehr Menschen beteiligt werden.

Quelle: Kathpress, Ordenskonferenz

[elisabeth mayr]

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