Überfall auf Wiener Schulbrüder geklärt

Der brutale Überfall auf die Schulbrüder in Wien-Floridsdorf am 27. Dezember 2018 ist geklärt: Der Täter wurde in Kroatien nach einem DNA-Treffer festgenommen. Er hat die Tat bereits gestanden. Als Motiv gab er  "Hass auf die katholische Kirche" an, er selbst hat keinen Bezug zu den Schulbrüdern. 

 Der Überfall auf die Schulbrüder kurz nach Weihnachten 2018 ist geklärt, der Täter wurde am 11. Mai in Zagreb festgenommen und hat bereits gestanden. (c) Pixabay

Der Überfall auf die Schulbrüder kurz nach Weihnachten 2018 ist geklärt, der Täter wurde am 11. Mai in Zagreb festgenommen und hat den Überfall gestanden. (c) Pixabay

„Die Brutalität und Intensität des Verbrechens war auch für mich überraschend“, sagte der Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts Wien, Oberst Michael Mimra, in der heutigen Pressekonferenz.

Brutale Tat

Am 27. Dezember 2018 kurz nach Mittag brach der Täter durch die Kirche "Maria Immaculata" in das von den Schulbrüdern betriebene Schulgebäude ein. Dort brachte er die Ordensbrüder mit Tritten und Schlägen zu Boden und misshandelte sie in einem nahe gelegenen Büroraum weiter. Alle fünf Opfer wurden gefesselt und geknebelt. Sie wurden bei dem Überfall schwer verletzt, einer befand sich monatelang in Lebensgefahr. Erst nach rund vier Stunden gelang es einem der Gefesselten, sich zu befreien und Hilfe zu holen. Der Täter entwendete Geld und Wertsachen und konnte nach der Tat unerkannt flüchten. 

Zweieinhalb Jahre nach der Tat gab es 2021 einen DNA-Treffer, woraufhin der Täter am 11. Mai in Zagreb festgenommen wurde. Er hat die Tat bereits gestanden und auch den genauen Tathergang geschildert

Verdächtiger ohne Bezug zu den Schulbrüdern

20210614 Pressekonferenz

Die Pressekonferenz am 14. Juni 2021 zur Festnahme des dringend Tatverdächtigen. (c) Screenshot PK

Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Chefinspektor Helmut Pöttler vom Landeskriminalamt Wien um einen 49-jährigen Serben, der die kroatische Staatsbürgerschaft hat. Mit drei Jahren war er mit seiner Familie nach Deutschland ausgewandert und kam auch immer wieder nach Österreich. Zurzeit hat er keinen festen Wohnsitz und lebt auf der Straße.

Als Motiv habe der Täter "Hass auf die katholische Kirche" genannt, wobei er keinen Bezug zu den Schulbrüdern habe, gab die Polizei außerdem bekannt.

Die Kirche der Ordensbrüder in Wien-Strebersdorf, durch die sich der Täter Zugang verschafft hat. (c) bwag/wikicommons

Die Kirche der Schulbrüder in Wien-Strebersdorf, durch die sich der Täter Zugang verschafft hat. (c) bwag/wikicommons

Schulbrüder "erleichtert und dankbar"

Die Kongregation der Brüder der Christlichen Schulen und der Schulverein De La Salle zeigten sich in einer ersten Reaktion sehr erleichtert über die Nachricht der Festnahme eines Tatverdächtigen. „Für die engagierte Arbeit dürfen wir unseren besonderen Dank an die Wiener Polizei aussprechen. Sowohl unmittelbar nach dem Überfall als auch in den darauffolgenden jahrelangen akribischen Ermittlungen agierten alle Beteiligten höchst professionell und mit sehr viel Einfühlungsvermögen“, hieß es in einer Aussendung. 


Weiterlesen:

Presseaussendung der LPD Wien vom 14. Juni 2021

Raubüberfall auf Schulbrüder in Wien mit fünf Verletzten

[elisabeth mayr]