Priesterkandidaten 2021: Mehr als die Hälfte sind Mitglied einer Ordensgemeinschaft

Österreichweit finden heuer 21 katholische Priesterweihen statt. 13 der heuer neu geweihten Priester gehören einer Ordensgemeinschaft an, darunter fünf Zisterzienser und drei Benediktiner.

Der Juni ist in der katholischen Kirche der traditionelle Monat für Priesterweihen. In Österreich werden heuer laut bisherigem Kenntnisstand 21 Männer per Handauflegung und Gebet eines Bischofs zu Priestern geweiht, wobei sich diese Zahl bis Jahresende noch erhöhen kann. In den kommenden Tagen finden die meisten dieser festlichen Anlässe statt: 13 Priesterkandidaten erhalten bis zum Apostelfest Petrus und Paulus (29. Juni) die Weihe, mindestens fünf weitere im Juli bzw. im Herbst. Drei Priesterweihen fanden bereits in den vergangenen Wochen, jeweils unter Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, statt. Mussten noch im Vorjahr beinahe alle Weiheliturgien auf Herbst verschoben werden, rechnet man heuer damit, zu den geplanten Terminen feiern zu können.

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Herbert Bradler vom Stift Geras Herbert empfing das Weihesakrament von Weihespender em. Bischof Ludwig Schwarz bereits am Ostermontag. (c) Stift Geras/Stefal

Die unmittelbar nächste Weihe findet am Freitag (11. Juni, 16 Uhr) in der Grazer Franziskanerkirche statt, wo Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl Br. Emmanuel Maria Fitz die Hände auflegt. Acht Tage danach weiht Kardinal Christoph Schönborn am 19. Juni ab 9.30 Uhr in einer Festmesse im Wiener Stephansdom Max Angermann, Karl Girisch, Thomas Tsach und Robert Rintersbacher vom diözesanen Wiener Priesterseminar, Marcos Rios und Patrik Mojsitz aus dem diözesanen Missionskolleg Redemptoris Mater und den Lazaristenpater Joseph Swaris zu Priestern. Am Nachmittag (15.30 Uhr) desselben Tages wird in Stift Stams die Priesterweihe der Zisterzienser Gregor Schwabegger, Aloysius Vu und Savio Ngo gefeiert. Den drei Ordensmännern spendet der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler das Sakrament.

Direkt am 29. Juni stehen zwei Priesterweihen auf dem Kalender: Um 14.30 Uhr im Salzburger Dom, wo Erzbischof Franz Lackner mit Rupert Santner einen Priester für die Erzdiözese Salzburg weiht. Fast zeitgleich wird im Eisenstädter Martinsdom Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics in einem Festgottesdienst ab 15 Uhr Ivan Vukcevic zum Priester weihen.

Im weiteren Jahresverlauf feiert man in mehreren Klöstern des Landes Neupriester: Zunächst bei den steirischen Benediktinern, bei denen Bischof Wilhelm Krautwaschl am 4. Juli (14 Uhr) in Stift Admont Vinzenz Schlager und am 10. Juli (15 Uhr) in der Abtei Seckau Seraphim Fragner die Hände auflegt.

Auch Severin Großerohde, dessen Weihe am 11. Juli (15 Uhr) im oberösterreichischen Stift Lambach durch den Paderborner Weihbischof Dominicus Meier ansteht, ist Benediktiner, während der zeitgleich in Stift Schlierbach vom Linzer Bischof Manfred Scheuer geweihte Stephan Daniel Eberhardt Zisterzienser ist. Im Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg wird schließlich am 2. Oktober (15 Uhr) Jakobus Wendland vom St. Pöltner Bischof Alois Schwarz geweiht.

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Kurienkardinal Kurt Koch weihte P. Sebaldus Mair vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz am 15 Mai 2021 zum Priester. (c) Stift Heiligenkreuz/Fürst

Drei Neupriester des Jahres 2021 empfingen das Weihesakrament bereits im Frühjahr: Darunter Herbert Bradler vom Stift Geras, dem der emeritierte Linzer Bischof Ludwig Schwarz am Ostermontag die Hände auflegte, sowie Stephan Waxenberger von der in Blindenmarkt ansässigen Gemeinschaft Diener Jesu und Mariens, der am 7. Mai in der Basilika Altötting von Kurienerzbischof Georg Gänswein geweiht wurde. Für die Weihe von Sebaldus Mair am 15. Mai kam Kurienkardinal Kurt Koch ins Stift Heiligenkreuz.

Einige weitere Priesterweihen aus Ordensgemeinschaften werden nicht in der Statistik berücksichtigt, da der voraussichtliche Einsatzort der Neupriester nach ihrer Weihe außerhalb Österreichs liegt; unter ihnen sind P. Alberich Maria Fritsche, der nach dem Noviziat im Stift Heiligenkreuz im kürzlich wiedererrichteten ostdeutschen Kloster Neuzelle der erste Neupriester nach 200 Jahren Unterbrechung ist, mehrere frühere Studenten des Heiligenkreuzer Priesterseminars Leopoldinum oder auch der derzeit in Wien lebende Trinitarierbruder Jakub Kwiatkowski, der im September vom Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski geweiht wird.

Viele Spätberufene

Auffallend ist das relativ hohe Durchschnittsalter der angehenden Neupriester des Jahrgangs 2021, das zum Zeitpunkt der Weihe 45 Jahre beträgt; der Jüngste unter ihnen ist im Jahr 1993, der Älteste bereits 1944 geboren. Nach Bundesländern geordnet, stammen die meisten (4) aus der Steiermark, je zwei aus Wien und Salzburg sowie je ein Priesterkandidat aus Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland; unter den 9 im Ausland Geborenen finden sich die Länder Deutschland (3), Vietnam (2) sowie Slowakei, Polen, Montenegro und USA (je 1) wieder.

Der Trend zur späten Entdeckung der Priesterberufung setzt sich somit fort, was auch mit sich bringt, dass mehr als die Hälfte der diesjährigen Neupriester zuvor bereits in anderen Berufen beschäftigt waren oder mehrere Studien absolviert haben. Es finden sich daher nicht nur mehrere Theologen und Mönche, sondern auch ein Biologe, ein Architekt, ein Prokurist, ein AHS-Lehrer, ein Musikpädagoge, ein gelernter Koch und Kellner, ein früherer Automechaniker und Tankwart sowie ein früherer Bankangestellter unter den künftigen Priestern. Zwei sind verwitwet und haben erwachsene Kinder, was in der katholischen Kirche kein Hindernis für eine Priesterlaufbahn darstellt.

Insgesamt 3.700 Priester

In Summe leben und wirken in Österreich laut der jüngstverfügbaren Kirchenstatistik für das Jahr 2019 knapp 3.700 katholische Priester, darunter 1.847 Diözesanpriester, 475 ausländische Priester und 1.367 Ordenspriester. Die Zahl der Neupriester liegt insgesamt auf niedrigem Niveau und pendelt seit 2009 zwischen 20 und 30, mit den Jahren 2011 (33 Weihen) und 2020 (32 Weihen) als Ausreißer. 2019 wurden 28 Männer zu Priestern geweiht, 2018 waren es 24, 2017 nur 20. Zuvor lag der Jahresschnitt deutlich höher, bei 74 in den 1970er Jahren, 52 in den 1980er bzw. 50 in den 1990er Jahren.

Quelle: kathpress


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[renate magerl]