Elisabethinen Geschäftsführer warnt vor assistiertem Suizid

Vor den Folgen des assistierten Suizids hat Christian Lagger, Geschäftsführer der Elisabethinen in Graz, in der aktuellen Ausgabe des "Sonntagsblattes" gewarnt. "Zum Suizid verhelfen als gesellschaftlich legitimiertes Sterbemodell und möglicherweise gegen Bezahlung - das darf nicht letzte humanitäre Weisheit sein."

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Geschäftsführer der Elisabethinen, Christian Lagger, äußerte sich kritisch gegenüber dem assistiertem Suizid. (c) OG

Es dürfe nicht sein, dass vulnerable Gruppen, wie alte und kranke Menschen, den Eindruck bekommen, "unsere Gesellschaft formuliert staatlich verfügt den Hinweis: Du bist zu schwer für uns, zu unerträglich, zu aufwendig. Lass Dir in den Tod verhelfen. Dann hast Du Ruhe und wir auch! Was für eine Welt wäre das? In welcher Welt wollen wir leben?"

Vielmehr müsse es doch darum gehen, Lebensqualität in jeder - auch der letzten - Lebensphase zu ermöglichen. Schmerzfrei und umgeben von aufmerksam fürsorglichen Mitmenschen.

Ein positiver Ertrag der Corona-Pandemie könnte in der Wahrnehmung und Erkenntnis bestehen, "wie sehr Menschen miteinander verbunden sind, wie sehr Menschen aufeinander angewiesen sind und wie notwendig Solidarität ist", so Lagger: "Der Mensch ist radikal Mitmensch. Corona hält uns einen globalen Spiegel vor Augen: To be in solidarity or not to be..."

Patenschaft für Hospizbett

Lagger verweist auf das Leitbild der Elisabethinen: "Die Würde des Menschen ist in jeder Lebenssituation unantastbar. Unsere Arbeit trägt dazu bei, sie zu schützen und zu entfalten." Diesem Wort seien die Elisabethinen besonders auch angesichts der Diskussion um den "assistierten Suizid" verpflichtet. Ein besonderes Herzensanliegen sei ihnen dabei die Palliativ- und Hospizbetreuung. Im stationären Hospiz St. Elisabeth und im VinziDorf-Hospiz für Obdachlose werde Menschen eine Heimat gegeben, um ihren letzten irdischen Weg in Geborgenheit und Würde gehen zu können.

Um dies auch materiell Notleidenden zu ermöglichen, wurde ein digitaler Patenkalender für die Hospizbetreuung entwickelt. Auf paten.elisabethinen.at kann eine Patenschaft für ein Hospizbett übernehmen werden.

Quelle: Sonntagsblatt | Kathpress

[elisabeth mayr]