Kurienbischof Clemens neuer Delegat von Stift Klosterneuburg

Das Stift Klosterneuburg hat eine neue Leitung, wie die Kathpress heute berichtete. Der Vatikan hat den deutschen Kurienbischof Josef Clemens zum Päpstlichen Delegaten für das Stift ernannt. Der bisherige Propst Bernhard Backovsky war im Mai wegen "anhaltender und schwere Krankheit" zurückgetreten.

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Nachdem Propst Bernhard Backovsky im Mai 2020 gesundheitsbedingt zurückgetreten ist, hat das Stift nun ein neuen Leiter, von außerhalb. (c) Stift Klosterneuburg

Kurienbischof Josef Clemens besitzt als Päpstlicher Delegat Befugnisse wie ein Propst und fungiert zudem als gesetzlicher Vertreter des im Jahr 1114 gegründeten Stiftes. Der 73-Jährige war lange Zeit die rechte Hand von Kardinal Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Die Beauftragung von Clemens mit der Aufsicht erfolgte nach einer apostolische Visitation im Sommer im Augustiner Chorherrenstift, bei der es auch um Missbrauchsvorwürfe ging. Wie lange er die Leitung innehaben soll, ist aktuell noch nicht bekannt. Laut Medienberichten soll der neue Delegat des Stiftes aber bisher noch nicht Kontakt mit der Gemeinschaft aufgenommen haben.

Wechsel nach Rom unter Ratzinger

Josef Clemens wurde 1947 im deutschen Siegen geboren. Er absolvierte sein Theologiestudium als Alumne des Collegium Germanicum in Rom. Dort empfing er 1975 die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Dortmund und Bielefeld kehrte er zu weiteren Studien nach Rom zurück. Er promovierte im Fach Moraltheologie mit einer Arbeit zur Menschenrechts-Thematik. Während dieser Zeit holte Kardinal Joseph Ratzinger den Geistlichen in seine vatikanischen Dienste. Zwischen 1984 und 2003 war Clemens Privatsekretär des damaligen Präfekten der römischen Glaubenskongregation.

Bischof Josef Clemens

Josef Clemens ist deutscher Kurienbischof und neuer Leitung des Stiftes Klosterburgs. (c) Karl-Michael Soemer/Wikicommons

2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Untersekretär der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens berufen. Noch im selben Jahr wurde er zum Titularbischof von Segermes und zum Sekretär des Päpstlichen Rates für die Laien ernannt. Am 6. Jänner 2004 spendete ihm Joseph Kardinal Ratzinger im Petersdom die Bischofsweihe. 2005 wurde Clemens zudem in das Präsidenten-Komitee des Familienrates berufen. Clemens war auch zuständig für die Organisation der katholischen Weltjugendtage. Von Papst Franziskus wurde er in seinen Ämtern bestätigt, bevor seine Funktionen in den Päpstlichen Räten für die Laien und die Familie mit der Auflösung dieser Räte 2016 endeten.

Propst Backovsky nach 25 Jahren zurückgetreten

Backovsky war 25 Jahre an der Spitze des Klosters gestanden. Der 77-Jährige war zuletzt noch formal im Amt. Den Konstitutionen der Augustiner Chorherrn entsprechend, hatte Backovsky im Mai den Generalabt der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation, Johann Holzinger, um Annahme seines Rücktritts gebeten.

Backovsky war am 14. Dezember 1995 zum 66. Propst des Stiftes gewählt wurde. Von 2002 bis 2017 stand er als Generalabt der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation vor und von 2011 bis 2016 als Abtprimas der weltweiten Augustiner Chorherren-Föderation. 2010 wurde Bernhard Backovsky von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienst um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Stift feiert heute, am 15.  November seinen Gründer

Corona-bedingt mit einer Online-Messübertragung statt wie gewohnt mit dem Fasslrutschen wird "Leopoldi" - das Fest des Babenbergers und Landespatrons von Niederösterreich und Wien, Leopold III. - in dem von ihm gegründeten Stift Klosterneuburg gefeiert. Geistlicher Höhepunkt ist ein Festgottesdienst mit dem St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz am Sonntag um 10 Uhr, musikalisch gestaltet mit Mozarts Missa brevis in F, kündigte das Chorherrenstift am Donnerstag an. Dieser wegen Corona eingeschränkt zugängliche Gottesdienst kann im Live-Stream auf www.stift-klosterneuburg.at/live mitverfolgt werden.

Quelle: Kathpress

[elisabeth mayr]


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