Franziskaner-Kustos Francesco Patton: Covid-19 kann Einheit lehren

"Dem Virus ist es egal, ob wir rechts oder links, ob wir religiös oder weltlich, ob wir Jude, Muslim oder Christ sind", sagt Franziskanerpater Francesco Patton, Kustos (d.h. Wächter) des Heiligen Landes. In diesem Sinne könne Covid-19 helfen, individuelle Selbstsucht beiseite zu legen und den Wert der Einheit zu entdecken, so der prominente Ordensmann in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Times of Israel".

20201111 Francesco Patton 2016 750 

Der Franziskaner Francesco Patton ist seit 2016 Kustos des Heiligen Landes. (c) Creative Commons, Wikipedia

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Dialog und Zusammenarbeit auch in Krisenzeiten zu Brüderlichkeit zwischen Gläubigen verschiedener Religionen führen können, schreibt P. Patton in seinem Artikel. Es sei nicht sinnvoll darüber zu streiten, wer schuld für die Verbreitung des Virus im Land sei. sondern es bedarf der Einheit, Partnerschaft sowie gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Nur durch vereinte Kräfte in und zwischen den Nationen könne die Pandemie überwunden werden.

Covid-19 habe viele Nöte und Herausforderungen gebracht, darunter "eine Konfrontation in uns selbst, zwischen Gruppen, Überzeugungen und sogar dem Verständnis des Lebens selbst", so der aus Italien stammende Patton. Gleichzeitig zeige das gegenwärtige Engagement einfacher Menschen, was es bedeute, zu lieben und eine selbstlose Haltung zu leben; sie hätten verstanden, "dass niemand Rettung aus sich selbst heraus erreicht".

Kustodie des Heiligen Landes

Die Kustodie des Heiligen Landes ist die Ordensorganisation der Franziskaner im Heiligen Land. Der Hauptsitz befindet sich im Salvatorkloster im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem. Der Kustos des Heiligen Landes ist seit 2016 P. Francesco Patton.

Quelle: kathpress.at

[robert sonnleitner]