Vinzentinische Familie veröffentlicht Erklärung gegen Rassendiskriminierung

In einer Presseaussendung vom 18. Juni 2020 gibt die Vinzentinische Familie ein deutliches Statement gegen Rassismus ab. Dieser "darf weder in unserer Gesellschaft noch in irgendeiner öffentlichen oder privaten Institution stattfinden", so O-Ton der Aussendung.

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In der offiziellen Erklärung heißt es weiter wörtlich: "Rassismus ist ein Krebsgeschwür, das unsere Gesellschaft zersetzt und das in jedem Land der Welt und in jeder Gesellschaft vorhanden ist. Es ist nicht nur ein riesiges Vergehen, das sich gegen jede und jeden richtet, der und die anders ist, sondern es ist auch eine Beleidigung unserer Menschlichkeit und der jedem Menschen innewohnenden Würde sowie eine sehr schwere Sünde."

Die Vinzentinischen Familie glaube an einen Gott, der alle menschen als seine Kinder geschaffen habe. Rassismus stehe also in völligem Gegensatz zum Glauben an den Gott, der den Menschen das Leben geschenkt habe. Jesu Christi habe nie einen Unterschied zwischen Menschen gemacht und jede und jeden mit Würde und Respekt behandelt. "Wir, die Mitglieder der Vinzentinischen Familie, werden weiterhin zu den am meisten Ausgegrenzten in unserer Gesellschaft stehen und unter ihnen vor allem zu denen, die unter irgendeiner Art von Diskriminierung leiden", heißt es wörtlich in der Aussendung. "Der heilige Vinzenz von Paul, unser Gründer, erinnert uns daran, dass wir unseren Nächsten einfach deshalb lieben sollen, weil er unser Nächster ist, das Ebenbild Gottes und das Gegenüber seiner Liebe."

Gleichzeitig bekennen sich die VerfasserInnen dieser Zeilen zu ihrer Verpflichtung, den Ausgegrenzten, den Bedürftigen, den Obdachlosen, all jenen, die aus irgendeinem Grund diskriminiert werden, zu dienen und beizustehen. "Wir verpflichten uns, unsere Aktionen zu verstärken und Maßnahmen zu ergreifen, damit niemand aufgrund von Diskriminierung belästigt oder getötet werden muss. Wir verpflichten uns, in allen Foren, in denen wir präsent sind, unsere Stimme zu erheben, um diese Ungerechtigkeiten anzuprangern. Wir verpflichten uns, denjenigen eine Stimme zu geben, die ausgegrenzt und diskriminiert werden, damit sie die Protagonisten ihrer eigenen Geschichte sein können."

Rassismus dürfe weder in unserer Gesellschaft noch in irgendeiner öffentlichen oder privaten Institution stattfinden und müsse mit Nachdruck bekämpft werden. Das Übel, das er verursacht, betrifft nicht nur die Person, die missbraucht und sogar getötet wird, sondern korrumpiert und zerstört auch das soziale Gefüge, entmenschlicht Beziehungen und erzeugt irrationalen Hass.

Das Schreiben endet mit den Worten: "Wir fordern daher alle Behörden nachdrücklich auf, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass sich Fälle von Segregation, Rassismus, Ungleichbehandlung und Gewalt gegen Personen, die auf irgendeine Art von Diskriminierung zurückzuführen sind, nicht wiederholen. Jedes menschliche Leben ist wertvoll, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Glauben oder Kultur."

Unterzeichnet ist die Erklärung vom Exekutivausschuss der Vinzentinischen Familie (VFEC).

pdfDie Erklärung als PDF zum Download

[robert sonnleitner]