50jähriges Jubiläum der AG österreichischer Säkularinstitute

Vor 50 Jahren, im Oktober 1969, fand in Wien die konstituierende Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Säkularinstitute statt. Die Aufgaben der AG sind seither u.a. die Förderung der Verbindung und Anliegen der einzelnen Institute untereinander, die Erhaltung und Pflege der innerkirchlichen Kontakte sowie eine rege Öffentlichkeitsarbeit.

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"Meine Angelegenheit ist es, an Gott zu denken. Es ist Gottes Sache, an mich zu denken.“ 50jähriges Jubiläum der österreichischen Säkularinstitute (c) Säkularinstitute

 

Herbsttagung der Säkularinstitute

Die Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute wurde auf Anregung von Alterzbischof Franz Kardinal König nach dem 2.Vatikanischen Konzil ins Leben gerufen und als österreichweite Institution der Bischofskonferenz unterstellt. Ganz im Zeichen dieses Jubiläums stand die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft vom 11. bis 13. Oktober 2019 in Vöcklabruck. Den Festvortrag wurde von Helmut Weismayr halten. „Das Feuer der ersten Liebe entfachen – in gewandelter Zeit“ lautete das Thema dieser Tagung. 

Im Rahmen des Werktages am 12. Oktober zitierte der Referent von J. Beyer: „Der Christus der Säkularinstitute“ der die Nachfolge Jesu von den Menschen in einem Säkularinstitut folgendermaßen beschreibt:

„Der Christus von Nazareth inspiriert das Leben mitten in der Welt. Sein Apostolat ist die Gegenwart mitten unter den Menschen, das Eingefügtsein in ein bestimmtes Milieu  (…) Der Christus für die Mitglieder der Säkularinstitute ist der diskrete Christus, der Pilger von Emmaus, der Christus, der Maria von Magdala erscheint, ohne sich (vorerst) direkt zu erkennen zu geben, der Christus am Ufer des Sees (in Joh. 21). Es ist der Christus allein am Tabor, Christus, der seine Gottheit verbirgt, um die Menschen nicht zu blenden mit dem Licht, das sie nicht ertragen können. Es ist der Christus, der allein und verlassen am Kreuz stirbt, das Weizenkorn, das in die Erde fällt, das Salz der Erde, der Sauerteig, der alles durchsäuert, der Christus der Eucharistie.“

Entwicklung der Lebensform

Josef Weismayer erläuterte u.a. die mittelalterliche Lebensform von unabhängigen und selbständigen Frauen, die weder heiraten noch in ein Kloster eintreten wollten. Diese sogenannten Beginen versuchten schon im 13. Jahrhundert durch ihre Lebensform ohne Gelübde und Klausur in der Welt zu wirken. Die Entwicklung dieser Lebensform war mit vielen Anstrengungen verbunden, da die Amtskirche nicht immer erfreut war über diese große Eigenständigkeit von Gott geweihten Menschen. Immer wieder wurde versucht – besonders Frauengemeinschaften – zur Klausur zu verpflichten. Beispiele dafür bildet die Gründung der Angela Merici mit der „Compagnia di S’Orsolina“. Die Gemeinschaftsmitglieder wirkten anfangs ohne Gelübde und Ordenskleid. Wurden dann aber zum Orden der Ursulinen mit Gelübden.

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Josef Weismayer stand gemeinsam mit Abt em. Christian Haidinger dem Festgottesdienst am Sonntag vor (c) Säkularinstitute

Franz von Sales wollte eine mobile Gemeinschaft mit dem Ziel der Hauskrankenpflege gründen. Daraus wurden die Heimsuchungsschwestern.  

Ähnlich passierte es mit der Gründung von Mary Ward, welche zum Zweck der Mädchenausbildung (1609)ins Leben gerufen wurde. Aus dieser Gründung wurde der Orden der „Congretatio Jesu“  (früherer Name war Maria-Ward-Schwestern).

Wurzeln

Die Wurzeln für die Säkularinstitute sind im Um- und Aufbruch nach dem 1. Weltkrieg zu suchen. Aber noch vor dem kirchlichen Dokument „Provida Mater Ecclesia“, am 2. Februar 1947 von Papst Pius XII, welches diese Lebensform regelt, kam es bereits zur Gründung von einigen Säkularinstituten in Österreich.     

www.saekularinstitute.at

[mschauer]