Papst lobt Ordensfrauen als Avantgarde kirchlichen Engagements gegen Menschenhandel

Am gestrigen Donnerstag sprach der Papst vor Mitgliedern des internationalen Netzwerks "Talitha kum"- Ordensfrauen gegen Menschenhandel und lobte sie für ihren Einsatz an vorderster Front. Außerdem forderte er Gemeinschaften von Männern auf, sich diesem Einsatz anzuschließen. Jenen, die mit dem Hinweis auf interne Probleme zögerten, sollten sie "vom Papst ausrichten: Innere Probleme lösen sich, wenn man auf die Straße hinausgeht, dann kommt frische Luft herein". Videotipp: "It needs a woman with a strong heart"

 

 

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Eine der vielen engagierten Ordensfrauen im Kampf gegen Menschenhandel: Sr. Lea Ackermann. Hier in Kenia (c) Solwodi

Das weltweite Netzwerk "Talitha kum" trifft sich in diesen Tagen in Rom zu seiner ersten Generalversammlung.

 

Das 2001 auf Initiative von Ordensoberinnen entstandene Netzwerk "Talitha kum" trifft sich vom 21. bis 27. September zu seiner ersten weltweiten Generalversammlung in Rom. An dem Treffen nehmen unter anderem die UN-Sonderberichterstatterin gegen Menschenhandel, Maria Grazia Giammarinaro, und ein Vertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung teil. In den Vorträgen, Erfahrungsberichten und Beratungen geht es um eine Evaluierung der bisher geleisteten Arbeit sowie um Strategien für die kommenden Jahre.

Internationales Netzwerk auf 5 Kontinenten

Das aus gut 50 regionalen Zusammenschlüssen bestehende Netzwerk ist inzwischen in 90 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Es umfasst auch den in Österreich tätigen Verein "Solwodi". Ziel ist es, Opfern von Menschenhandel und Sklaverei - vor allem Frauen und Kindern - zu erreichen, zu beraten und aus ihrer Lage zu helfen. 

"It needs a woman with a strong heart"- ein Film der Ordensgemeinschaften Österreich portraitiert die Keniarin Grace Odembu. Inspiriert von Sr. Lea Ackermann, der Gründerin von Solwodi schaffte sie den Weg von einem Leben in der Prostitution hin zur Leiterin einer eigenen NGO (c) mschauer 

Salvatorianerinnen machen sich ebenfalls stark

Auch die Salvatorianerinnen machen sich unermüdlich  stark im Kampf gegen den Menschenhandel. Mit der Aktion gegen Menschenhandel kämpft die Initiatorin Sr. Maria Schlackl seit 2014 dafür, auch in Oberösterreich das Bewußtsein für diese moderne Form der Skalverei zu wecken und Handlungsschritte dagegen zu ermöglichen:"Die Menschenwürde ist einzigartig und Gottes Geschenk. Wo sie mit Füßen getreten wird, kann ich nicht einfach zuschauen" Am 23.10.2014 startete die Initiative offiziell mit einer Auftaktveranstaltung im Ursulinenhof.

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Sr. Maria Schlackl kämpft in Oberösterreich aktiv gegen den Menschenhandel (c) Schlackl

[mschauer]