Franziskaner P. Nikolaus Schöch ist neuer Ehebandverteidiger im Vatikan

Der 1960 in Innsbruck-Mühlau geborene Franziskanerpater Nikolaus Schöch wurde als erster Österreicher zum (Ehe-)Bandverteidiger („Defensor vinculi“) am vatikanischen Höchstgericht der Apostolischen Signatur ernannt, wie Vatican News berichtet.

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(c) Vatican News/Mario Galgano

Der 59-jährige Franziskaner ist schon seit einigen Jahren beim obersten Gerichtshof der katholischen Kirche tätig. Zuletzt wirkte er seit 2009 im historischen Palazzo della Cancelleria als stellvertretender „Promotor iustitiae“ und war damit für Aufgaben zuständig, die denen eines Staatsanwalts bei einem weltlichen Gericht entsprechen. Die Apostolische Signatur, offiziell Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur, ist das höchste Gericht der römischen Kurie. Sie hat die Funktionen eines Berufungsgerichts, eines Verwaltungsgerichts und einer Gerichtsverwaltungsbehörde.

Entscheidet in Ehenichtigkeitsprozessen

Das Gericht entscheidet unter anderem über Berufungen in Ehenichtigkeitsprozessen. Der Ehebandverteidiger hat dabei die Aufgabe, den Bestand (das „Band“) der Ehe von Amts wegen zu verteidigen.

Nikolaus Schöch übte an der Apostolischen Signatur schon zwischen 2004 und 2009 das Amt des stellvertretenden Ehebandverteidigers aus. Der aus Innsbruck stammende Franziskaner wurde 1988 zum Priester geweiht. Dazwischen liegen Kaplansjahre in Enns und von 1990 an das Studium in Rom. Er spezialisierte sich in Rom auf Kirchenrecht und wurde 1995 Anwalt am Kirchengericht der Rota. 2000 habilitierte er sich an der Universität Salzburg. Zeitweilig leitete Schöch als Dekan an der Päpstlichen Hochschule „Antonianum“ die kirchenrechtliche Fakultät.