Am 31. Mai 2019 ist Weltnichtrauchertag: Rauchen gefährdet Ihre Lungengesundheit!

Tabakkonsum und Lungengesundheit – unter diesem Motto steht heuer der Weltnichtrauchertag, welchen die WHO mit ihren globalen Partnerorganisationen seit 1987 jährlich am 31. Mai begeht. Sowohl Aktiv- als auch Passivrauchen steigern das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, vor allem aber beeinträchtigen sie die Lungengesundheit. Josef Eckmayr ist Spezialist für Atemwegserkrankungen am Klinikum Wels-Grieskirchen. Seit 20 Jahren leitet er die Abteilung für Lungenkrankheiten.

20190520 KWG Rauchfrei Zertifikat Tobacco Free ONGKG 128 700

Das Klinikum Wels-Grieskirchen wurde durch die ONGKG (Österreichisches Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen) als „Rauchfreies Klinikum“ ausgezeichnet. Ebenfalls wurde der Gesundheitseinrichtung 2018 das Bronze-Zertifikat nach den Standards des „Global Network for Tobacco Free Health Care Services“ verliehen.
Foto: © Klinikum Wels-Grieskirchen / Werner Gattermayr

„Rauchen spielt bei Lungenkrankheiten eine große Rolle. Schadstoffe kommen mit dem Organ in Berührung, was zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und in der Folge zu verschiedenen Schädigungen der Atemwege führt“, erklärt Josef Eckmayr, Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen. Aber auch das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt deutlich an. „Erkrankungen der Lunge werden oft jahrelang nicht bemerkt, sie kommen schleichend, sind aber dann nicht mehr heilbar. Schon fünf Zigaretten am Tag erhöhen das Risiko. Wenn ich 20 Stück täglich rauche, ist es natürlich noch viel höher.“ Viele Menschen greifen zur Zigarette, um sich zu entspannen oder Stress abzubauen. „Auch soziale Kontakte sind damit verbunden, in der Raucherecke wird geplaudert. Oder man raucht zum Kaffee. Wenn man aufhören will, muss man auch sein Verhalten ändern, sonst wird man rasch rückfällig.“

Ein Rauchstopp zahlt sich immer aus

Jeder Raucher sollte seiner eigenen Gesundheit wegen und aus Rücksicht auf seine Mitmenschen mit dem Rauchen aufhören. Der Welser Lungenprimar gibt zu gängigen Vorbehalten gegen den Rauchstopp ein paar wertvolle Anregungen:

˃ Einfach weniger zu rauchen, ist auch ein Anfang!
„Den Tabakkonsum zu reduzieren, ist eine Verminderung der schädlichen Wirkung und als erster Schritt sicher gut. Meistens ist es so, dass aus ‚weniger‘ wieder ‚mehr‘ wird. Deshalb ist es am besten, das Rauchen ganz aufzugeben!“

˃ Wenn man schon seit Jahrzehnten raucht, zahlt sich das Aufhören gar nicht mehr aus.
„Aufhören ist in jedem Alter sinnvoll. In jungen Jahren senkt man sein Risiko, überhaupt zu erkranken. Aber es macht auch noch für den 70-Jährigen Sinn, der Jahrzehnte geraucht hat.“

˃ Es wird ewig dauern, bis sich der Körper vom Rauchen erholt hat.
„Der körperliche Nikotinentzug dauert nur ein bis zwei Wochen. Wenn ich aufgehört habe, spüre ich schon nach einem Tag, dass ich mich besser fühle. Der Sauerstoffgehalt im Blut normalisiert sich rasch. Nach zwei bis drei Tagen ist die Atmung besser, auch die Geschmacks- und Geruchsempfindungen normalisieren sich. Das Essen schmeckt besser. Nach fünf Jahren habe ich ein halbes Herzinfarktrisiko, nach zehn Jahren bin ich in diesem Punkt auf dem Status eines Nichtrauchers.“

˃ Die Entzugserscheinungen sind kaum auszuhalten!
„Lassen Sie sich zu den Entzugserscheinungen von Ihrem Hausarzt beraten! Hat man vorher viel geraucht, kann man auf Nikotinersatzprodukte zurückgreifen. Manche sprechen auf Hypnose gut an, auch autogenes Training unterstützt. Durch kompetente Beratung findet jeder für sich selbst die beste Methode, um das Rauchen aufzugeben. Eine einfache Möglichkeit ist, zum Handy zu greifen und das ‚Rauchfrei Telefon‘ unter 0800 810 013 anzurufen. Diese Initiative der Sozialversicherung, der Bundesländer und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz ist auch online unter https://rauchfrei.at/ zu finden.“