Klimaaktionstag mit 900 Schülern in Melk war voller Erfolg

Der 1. Klimaaktionstag im Gymnasium Melk fand in Anlehnung an die "Fridays for Future" ebenfalls an einem Freitag statt. Ein ganzer Tag wurde dem Thema Umweltschutz gewidmet. Klimaexperten, Biobauern und eine Mitarbeiterin der Jane Goodall Foundation, die sich für das Überleben der letzten Schimpansen einsetzt, hielten spannende Vorträge. Christoph Schmidl von der Fachhochschule Wiener Neustadt prophezeite, dass der Eisbär definitiv aussterben werde- betroffene Gesichter machten sich breit und das Engagement der Schülerinnen und Schüler wird nach diesem Tag wird wohl nur größer werden.

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Die 900 Schülerinnen und Schüler des Stiftsgymnasiums Melks haben ein ehrliches Interesse am Klimaschutz (c) Stift Melk

 

"Unsere über 900 Schüler hatten die Gelegenheit an einem äußerst vielfältigen Programm teilzunehmen, welches von Vorträgen im Kolomanisaal über Workshops und Elektroautofahren reichte. Den emotionalen Höhepunkt bildete der Demostrationszug vom Prälatenhof bis zum Rathausplatz, wo nochmals die Anliegen der Jugend zusammengefasst wurden." liest man auf der Homepage des Stiftsgymnasiums vor einem Zitat von Barack Obama:

„We are the first generation to feel the effect of climate change and the last generation who can do something about it.“ 

Aufrütteln durch klare Ansagen

Der Vortrag zum Thema Klimaforschung machte seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht gerade glücklich. „Der Eisbär wird definitiv aussterben“, sagte Christoph Schmidl von der Fachhochschule Wiener Neustadt und zeigte in seinem Vortrag auf einer großen Leinwand das Bild eines abgemagerten Eisbären. „Wir werden ihn in Zoos und Tierparks wohl noch bewundern dürfen, aber schon bald nicht mehr in freier Wildbahn. Das gilt auch für hunderte andere Tierarten auf dieser Erde.“ Eine klare Ansage, um aufzurütteln, um den Kindern und Jugendlichen klar ersichtlich zu machen, wie ernst die Situation tatsächlich ist.

Initiiert wurde dieser Klimaschutztag am Stiftsgymnasium Melk von einer Klasse der Oberstufe. „Wir haben die Greta-Thunberg-Bewegung verfolgt und uns gedacht, das könnten wir ja einmal bei uns an der Schule thematisieren“, sagte eine Schülerin der 6. Klasse. Im Englischunterricht wurde das besprochen, die Pädagogin nahm sich der Thematik an.

Greta Thunberg als „große Inspiration“

„Wir sollten mehr zu Fuß gehen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren", stellte ein Schüler der 1. Klasse fest. Seine Familie mache schon viel, kaufe etwa Bio-Lebensmittel oder fahre auch weniger mit dem Auto. „Ein Elektroauto haben wir aber leider noch nicht“, ergänzte er. Und sein Klassenkollege meinte: „Ich will, dass meine Kinder auch noch eine schöne Welt haben - am besten eine schönere als jetzt.“

Demonstration als Teil des Unterrichts

Zu Mittag ging es dann mit bunten Transparenten und lauten Parolen in die Innenstadt von Melk. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ oder „Rettet die Erde, sie ist der einzige Planet mit Schokolade“ war auf großen Leintüchern und auf Schildern aus Karton zu lesen. Die Lehrerinnen und Lehrer nahmen am Demonstrationszug teil, selbst das war Teil des Unterrichts.

900 Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrer wanderten vom Stiftsgymnasium in Richtung Rathausplatz, wo sich alle versammelten, ihre Plakate hochhielten und gemeinsam das Lied „We are the world“ sangen. Dass es an diesem Tag leicht regnete, störte niemanden: „Endlich! Es war ohnehin in den letzten Wochen so trocken. Das freut die Pflanzen“, sagte eine Schülerin der Unterstufe während der Demonstration.

Ein ganzer Tag mit dem Schulfach „Klimaschutz“ machte den Kindern und Jugendlichen offensichtlich Freude. Während viele Touristen, die sich in der Innenstadt von Melk tummelten, das Treiben aufmerksam beobachteten und viele Fotos von den Transparenten und fröhlichen Demonstranten machten, schmiedete der eine oder andere Schüler schon Pläne, wie man das Klima und damit die eigene Zukunft verbessern könnte.

Nach einem Bericht auf www.noe.orf.at

 

[mschauer]