Digital fusioniert zum präziseren Befund bei der Prostata-Biopsie

Die Digitalisierung hält auch in der Urologie Einzug. Der Einsatz einer modernen Software verbunden mit einer Gewebeentnahme mittels einer Art Roboterarm ermöglicht an der Abteilung für Urologie am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien bei erhöhtem PSA-Wert und einem nachweisbaren verdächtigen Herd in der Magnetresonanztomographie (MRT) die gezielte Biopsierung der Prostata. Die Abteilung ist eine der führenden Abteilungen bei minimal-invasiven Eingriffen bei Prostatakrebs-Operationen (laparoskopische Prostatektomien) in Wien. Männergesundheit steht auch im Fokus am Tag der offenen Tür, zu der die neue Fachklinik am 27. April von 9 – 14 Uhr (1060 Wien, Stumpergasse 13) einlädt.

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Prim. Univ.-Doz. Dr. Clemens Brössner Roboterarm (links, Abteilungsleitung Urologie) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, MSc (Abteilungsleitung Radiologie) im Gespräch mit dem Patienten. (Credit: Alek Kawka)

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Österreich und die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern. Immer öfter wird bei einem erhöhten PSA-Wert (Prostata spezifisches Antigen) eine MRT zur Befunderhebung gemacht. Dank einer neuen Software die jetzt im gemeinnützigen Barmherzige Schwestern Krankenaus Wien zum Einsatz kommt, können aktuelle MRT-Bilder während des live Ultraschalls auf diesen digital projiziert werden. „Der am MRT markierte Tumorherde kann während des Ultraschalls so noch gezielter erkannt und biopsiert werden“, betont Prim. Univ.-Doz. Dr. Clemens Brössner, Leiter der Abteilung für Urologie.

Radiologie markiert suspektes Areal

Möglich wird die Fusionsbiopsie durch die enge Zusammenarbeit von Radiologie und Urologie. Der Radiologe markiert bereits vor der geplanten Gewebeprobe das suspekte Areal am aktuellen MR-Bild mittels Bildbearbeitungsprogramm. Der Urologe verknüpft die Einzeichnung des Radiologen über die Software mit dem Live-Ultraschallbild um den Tumorherd zielgenau mit der Prostatastanze zu biopsieren. Die Stanze ist dabei auf einem Roboterarm mit fünf Gelenken fixiert – so kann millimetergenau gearbeitet werden.

Einteilung nach PI-RADS

„Die Bildgebung spielt in der Bewertung von Tumoren eine wichtige Rolle, beim Prostatakarzinom erfolgt die Klassifikation einer suspekten Läsion nach PI-RADS“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, Leiter der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. PI-RADS steht dabei für Prostate Imaging Reporting and Data System. Je höher der PI-RADS-Wert umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein klinisch signifikantes Karzinom vorliegt. Eine Biopsie der Prostata kann bei einem Score zwischen 3 und 5 erfolgen. Bei einer PSA-Erhöhung (Erhöhung der Tumormarker) und bei einem suspekten Tastbefund kommt es zu einer weiteren Abklärung. Wenn die MRT einen Tumorherd zeigt, kann dieser gezielt biopsiert werden.

Laparoskopische Prostatektomie

Die Fusionsbiopsie kommt an der Urologischen Abteilung am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien alternativ zur direkten MRT-Biopsie zum Einsatz. Ob und welche Methode angebracht ist, entscheiden die Experten nach Größe und Lage eines möglichen Tumors und damit je nach Zugänglichkeit der Läsion (Tumorherd). Zeigt das Ergebnis der Biopsie einen Tumor, erfolgt die operative Therapie im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien in der Regel in einem minimal-invasiven Verfahren (laparoskopisch). Das Team der Abteilung für Urologie verfügt über eine große laparoskopische Erfahrung in der urologischen Tumorchirurgie (laparoskopische Prostatektomien).

Fokus Männergesundheit am Tag der offenen Tür am 27. April 2019

Bei einem Tag der offenen Tür präsentiert sich das Krankenhaus am, Samstag 27. April von 9 – 14 Uhr, erstmals als Fachklinik für den gesamten Verdauungstrakt und urologischen Bereich, Onkologie und Psychosomatik. Männern soll dabei mit verschiedenen Angeboten (kostenlose Gesundheitschecks, Beratung vom Urologen direkt im Cockpit des neuen Audi e-tron von Porsche Wien Hietzing) ein besonders niederschwelliger Zugang zur Vorsorge gewährleistet werden. Weitere Informationen unter www.bhswien.at
Fotomaterial zum Download unter: www.vinzenzgruppe.at/presse