Schutzengeldienst am Klinikum Wels-Grieskirchen

Zuwendung zu Patienten und Angehörigen ist den Ordensschwestern seit jeher ein zentrales Anliegen. Heute sind nur mehr wenige Schwestern berufstätig im Klinikum Wels-Grieskirchen. Einen Weg, das Wirken der Ordensschwestern auch im Spitalsalltag wieder spürbar zu machen, bietet der sogenannte Schutzengeldienst am Klinikum.

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„Ich mag es immer noch, etwas zu tun zu haben und für andere da zu sein. Die Jungen nehmen mich an und ich fühle mich wohl.“ Sr. Solina Ratzinger, Schutzengel der Station für Innere Medizin I, Klinikum Wels-Grieskirchen. Foto: Klinikum Wels-Grieskirchen

„Der Schutzengel ist für den hilfe- und haltsuchenden Menschen da“, macht Schwester Romana Reznicek, Konventoberin der Kreuzschwestern am Klinikum-Standort Wels, das Sinnbild greifbar. „Gerade im Krankenhaus, wo der Mensch Hilfe und Heilung sucht, da braucht es neben der Medizin auch einen ‚Menschen mit Herz und Seele‘, auf den er sich in der Unsicherheit stützen kann.“ Die wahrhaftige Präsenz der Schwestern macht unter anderem die werteorientierte und empathische Philosophie im Ordensspital sichtbar. „Sind wir im Haus unterwegs, geben wir jedem Menschen durch ein ‚Ansehen‘ eine Art von Ansehen; zum Beispiel durch einen Gruß oder unsere Aufmerksamkeit. Hilfesuchenden geben wir Information und Wegweisung – wir gehen ein Stück weit mit ihnen mit. Mitarbeitern des Hauses begegnen wir freundlich. Auch Patienten, die unterwegs sind, fragen wir stets nach ihrem Befinden und ob wir ihnen helfen können. Ist jemand verzweifelt, versuchen wir zu trösten und versprechen, ihn in unser Gebet einzubeziehen.“ Außerdem ist jeder eingeladen, am Gebet in der Kapelle teilzunehmen bzw. seine Anliegen in das Buch in der Kapelle zu schreiben. Auch gibt es die Möglichkeit, Fürbitten in eine Box zu werfen. „Diese Wünsche und Bedürfnisse beziehen wir dann in unser Gebet ein“, so Sr. Romana.

Traditioneller Schutzengeldienst am Klinikum

Der Schutzengeldienst hat bereits lange Tradition am Klinikum – nicht nur in der Vorweihnachtszeit: Je ein bis zwei Ordensschwestern sind den Stationen und Ambulanzen, aber auch Bereichen, wie Verwaltung, Küche, Reinigung und Technik, am Klinikum Wels-Grieskirchen zugeteilt. Hier unterstützen sie Mitarbeiter, Patienten und Angehörige. „Der Schutzengeldienst macht die verbleibenden Ordensschwestern im Krankenhaus bewusst sichtbar“, erklärt Schwester Solina Ratzinger. Die 86-Jährige war früher als Stationsleiterin auf der Inneren Medizin I tätig. Ihrer Abteilung ist sie immer noch stark verbunden. Wochentags hilft sie auf der Station nach wie vor, wo sie nur kann – beim Kaffee oder Tee servieren, Geschirr wegräumen, Jause bereiten oder bei der Wäsche. „Nur Patienten pflege ich nicht mehr“, so Sr. Solina. Bis 2005 war sie auf der I. Internen berufstätig, vorher lange Zeit auf der Frauensonderklasse. Manchmal begegnet sie Patientinnen von früher, worüber sie sich stets sehr freut. „Ich mag es immer noch, etwas zu tun zu haben und für andere da zu sein. Die Jungen nehmen mich an und ich fühle mich wohl“, sagt sie und lächelt.

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In der Kapelle des Klinikum Wels-Grieskirchen liegt ein Buch auf, in welches alle Mitarbeiter, Patienten und Angehörigen ihre Anliegen schreiben können. Auch gibt es die Möglichkeit, Fürbitten in eine Box zu werfen. Diese Wünsche und Bedürfnisse beziehen die Ordensschwestern in ihre Gebete ein. Foto: Klinikum Wels-Grieskirchen

Wir sind mit Menschen unterwegs

Ob bei der Begrüßung neuer Mitarbeiter, in der Organisation oder am Empfang, in der Seelsorge, Liturgie oder Kommunionspendung – am Klinikum Wels-Grieskirchen sind die Ordensschwestern da, um wahrgenommen zu werden. „In den Fußspuren des barmherzigen und gekreuzigten Jesus entwickeln wir unsere Gemeinschaften als spirituelle Orte. Hier sind wir mit Menschen unterwegs und gestalten mit ihnen dynamisch und dialogisch Leben.“ So lautet die Vision 2020 der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz. Ihr Orden trägt die Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH zu 81 Prozent, die übrigen Anteile werden von den Franziskanerinnen von Vöcklabruck getragen.