Erstmals in Oberösterreich: Spezialisierte Ambulanz für Menschen mit Mehrfachbehinderung eröffnet

Die medizinische Versorgung von Menschen mit Mehrfachbehinderung wurde in der Vergangenheit mit viel Engagement und Empathie durch die niedergelassenen Hausärzte erbracht. Ergänzend dazu wurde vor rund einem Jahr im Rahmen einer Testphase eine Spezialambulanz für Inklusive Medizin erstmals in einem Krankenhaus institutionalisiert. Die offizielle Eröffnung  durch  Mag.a Christine Haberlander und Obmann der Gebietskrankenkasse Albert Maringer wurde im Konventhospital der Barmherzigen Brüder am 10. Oktober 2018 im Rahmen eines Festaktes vorgenommen.

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Das Team der Ambulanz für Inklusive Medizin, kurz AIM. Fotocredit: Barmherzige Brüder Linz

Mit dem Ziel, Menschen mit Mehrfachbehinderungen einen gleichwertigen und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Zugang zum Gesundheitswesen und zur klinischen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, wurde im Konventhospital der Barmherzigen Brüder die Ambulanz für Inklusive Medizin (AIM) ins Leben gerufen.
In Oberösterreich leben ungefähr 5000 Menschen mit Schwer- und Mehrfachbehinderungen. Alleine die  Anforderungen des Alltags sind für die Betroffenen eine große Herausforderung, die sich im Krankheitsfall noch einmal verstärkt. Auch wenn die direkte medizinische Behandlung mitunter gut abgedeckt ist, erzeugen lange, nicht strukturierte Wartezeiten in Räumlichkeiten, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und/oder kognitiver Beeinträchtigung nicht oder nur schlecht geeignet sind, Stress. Dem wirkt die neu eröffnete Ambulanz für Inklusive Medizin des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie der Barmherzigen Brüder entgegen.

Barrierefreier  Zugang zu medizinischen Leistungen

„Die AIM hat zwei Aufgaben: Einerseits soll sie den barrierefreien Zugang zu medizinischen Leistungen für Menschen mit Behinderungen gewährleisten, d.h. dass die Mitarbeiter, Ärzte und Schwestern sich wirklich einlassen können auf die speziellen Bedürfnisse, eine Klarheit in der Aufklärung und Verständnis für manche unangemessene Verhaltensmuster haben. Zweitens soll die AIM spezifisch neurologische oder psychiatrische Bilder in ihrem Verlauf kompakt begleiten“, fasst der Abteilungsvorstand und Leiter des Institutes für Sinnes- und Sprachneurologie Prim. Priv.-Doz Dr. Johannes Fellinger zusammen.

Die Organisation und Koordination aller notwendigen Untersuchungen erfolgt unter der kompetenten Leitung des Neurologen OA Dr. Joachim Adl im Vorfeld, sodass am Tag der Untersuchung keine unnötigen Wartezeiten entstehen und der Ablauf in den Ambulanzen und Abteilungen geplant werden kann. Hausärzte und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen werden in den Informationsvorgang miteingebunden. Dazu gehört unter anderem die einfache Weitergabe relevanter Informationen für die Behandlung. Ärztinnen und Ärzte und Therapeutinnen und Therapeuten erhalten so auf einen Blick alle wichtigen Informationen über die Krankheiten und Bedürfnisse ihres neuen Patienten. Die Behandlung wird dadurch erleichtert. Auch die entwicklungsmedizinische Zusammenarbeit mit dem Institut für Sinnes- und Sprachneurologie ist gut strukturiert.

Die AIM ist Mittwoch und Donnerstag, 07.00 bis 15.30 Uhr, geöffnet. Abteilungsvorstand ist Prim. Priv.-Doz. Dr. Johannes Fellinger, die Ambulanzleitung liegt bei OA Dr. Joachim Adl und DGKP Ilse Buchgeher, medizinisch zuständig ist das Ärzteteam des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie.