Bis zum Ende. Leben bei den Elisabethinen Graz

Das Hospiz im Krankenhaus der Elisabethinen Graz hat mehr von einer gemütlichen Wohngemeinschaft als von einem Ort, an dem Menschen ihre letzte Reise antreten. Auch den Krankenhausbetrieb, der nur eine Tür entfernt ist, bemerkt man nicht. „Die Bewohner des Hospizes dürfen hier Gast sein, so wie alle Menschen Gäste auf Erden sind. Das Ziel von uns Christen ist der Himmel“, sagte Pater Josef Höller, Guardian der Franziskaner in Graz, der mit dem Konvent der Elisabethinen und zahlreichen Mitarbeitenden am 7. September 2018 um den Segen für das neue Hospiz bat.

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Bunte Herbstblätter aus Filz schmücken die Wände. In einer hüfthohen Glasvase blühen frische Sonnenblumen. Zwei Teelichter schwimmen neben weißen Rosenköpfen. Sie stehen für die beiden Menschen, die bisher im Hospiz St. Elisabeth verstorben sind.
Seit April 2018 führen die Elisabethinen Graz – zusätzlich zur bestehenden Palliativstation mit acht Betten – ein Hospiz mit zwei Betten im Krankenhausgebäude. Die Basis dafür ist ein Pilotprojekt mit dem Gesundheitsfonds Steiermark rund um die Frage: Wie kann ein stationäres Hospiz die Palliativstation entlasten?

Diese Palliativstation gibt es bei den Elisabethinen schon seit 1998. Ihr Ziel ist es, Menschen mit unheilbaren Erkrankungen ein Stück weit zu begleiten. Akute Symptome werden behandelt, Medikamente bei Bedarf neu eingestellt. Nach dem Aufenthalt werden die Patienten in häusliche Pflege entlassen – je nach persönlicher Situation in ihre Wohnung, in ein Altersheim oder ein Hospiz. Mit dem Hospiz St. Elisabeth im gleichen Stockwerk des Krankenhauses gibt es für die Patienten die Option, den Weg bei den Elisabethinen bis zum Ende zu gehen.

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Da sein für Menschen in Grenzsituationen

„Wir Elisabethinen leben unsere Berufung ganz konkret im Hier und Jetzt, indem wir für Menschen in Grenzsituationen da sind“, sagt Mutter Bonaventura Holzmann, Generaloberin des Konvents der Elisabethinen in Graz. Deshalb hat der Konvent bereits 2017 ein Hospiz errichtet, speziell für obdachlose Menschen. Auch dort, im VinziDorf-Hospiz, gehen die Elisabethinen und ihre Mitarbeitenden den Weg mit den Bewohnern bis zum Ende. Der Orden hat das VinziDorf-Hospiz bewusst außerhalb des Krankenhauses errichtet, weil obdachlose Menschen Krankenhäuser meiden.
Neben der Unterstützung der öffentlichen Hand und durch Sponsoren ist der Orden auf Spenden angewiesen, um Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Lage in seinen Hospizen aufnehmen zu können.

Mit den insgesamt vier Hospizbetten tragen die Elisabethinen zur Gesundheitsversorgung am Lebensende in der Steiermark bei. In ihren beiden Hospizen arbeiten die Ordensschwestern und ihre Mitarbeitenden auf hohem medizinisch-pflegerischem Niveau. Die Bewohner sind bis zum Tod selbstbestimmt und werden bestens begleitet. Wie es die Marke der Elisabethinen – Am Ende. Leben – es ausdrückt, so wird es in den Hospizen gelebt. „In meinem Leben haben mir Geborgenheit und Freundschaften gefehlt“, sagte der erste Bewohner des VinziDorf-Hospizes vor seinem Ableben. „Hier im Hospiz habe ich das gefunden.“

Text und Fotos: Elisabethinen Graz