Ein Kelch mit Einschusslöchern des IS

Ist momentan im Quo vadis? am Stephansplatz 6 zu sehen. Die Ausstellung "Was der IS zurückgelassen hat...", zeigt zerbrochene Kreuze, verbrannte und beschädigte Statuen und liturgische Geräte, die in mehreren Kirchen im Irak gefunden wurden. Sie sind beredte Zeugen für den Hass des IS auf das Christentum und den von der EU anerkannten „Genozid an den Christen im Irak“.

 Am 11.07 fand ein Themenabend „Wiederaufbau Irak“ im Rahmen der Ausstellung im Quo Vadis statt. Herbert Rechberger, Nationaldirektor von Kirche in Not Österreich, hat die Aktion „Wiederaufbau Irak“ vorgestellt, die gemeinsam mit dem ninive national commitee (nrc) vor Ort gemacht wird. Nähere Infos hier. - Ein überkonfessionell christliches Projekt, das vor Ort arbeitet und den Christen ermöglichen möchte, wieder zurückzukehren. Auch Ordensgemeinschaften wie Dominikanerinnen oder Franziskaner sind sehr involviert.Die Ausstellungsstücke von „Was der IS zurückgelassen hat“, wurden vom Erzbischof von Mossul gesammelt (auch das Originaldokument ist in der Ausstellung zu besichtigen) und reisen derzeit als Wanderausstelllung durch Europa, als nächstes Ausstellungsland folgt Irland. Ziel ist auch, auf den „Genozid an den Christen im Irak aufmerksam zu machen und Spenden für Hilfe vor Ort zu sammeln. Der Antrieb dahinter ist die Sorge, dass dieses Land der ersten Christen (gemeinsam mit Syrien) bald christenfrei sein wird, wenn nicht jetzt geholfen wird. Schon bisher wurden vielen tausenden Familien die Rückkehr ermöglicht. Rechberger betonte:  „Die Menschen, die dort vor Ort arbeiten, sind die Heiligen unserer Zeit – sie bleiben mittendrin! Wenn wir jetzt nicht dort helfen, brauchen wir morgen nicht mehr darüber zu reden“

Im Juni 2014 mussten durch das Vordringen der IS-Terrormiliz im Nord- und Westirak weit über 100.000 Christen aus ihren Heimatdörfern fliehen und alles zurücklassen. Sie fanden großteils in der nordirakischen autonomen Region Kurdistan Zuflucht. Bis zur Befreiung der christlichen Dörfer durch die irakische Armee im Oktober 2016 wurden zahlreiche Häuser, Kirchen und andere christliche Einrichtungen bewusst durch die Islamisten verwüstet.

Auch ein Kelch mit Einschusslöchern

Zerbrochene Kreuze, verbrannte und beschädigte Statuen und liturgische Geräte - darunter ein Kelch mit Einschusslöchern - sind unter den Gegenstände, die in mehreren Kirchen in Teleskuf und Karakosch/Baghdeda gefunden wurden. Sie sind beredte Zeugen für den Hass des IS auf das Christentum und jede andere Glaubensrichtung abseits seiner eigenen.

"Kirche in Not" unterstützt den Wiederaufbau christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene, sodass die lang ersehnte Rückkehr der Christen in ihre Heimat möglich wird. Dank der internationalen Hilfe wurden bis jetzt 4.305 der 13.088 beschädigten Häuser wieder aufgebaut. 39.659 Christen - das sind 45 Prozent der Kriegsvertriebenen - konnten bereits wieder in ihre Heimat zurückkehren, teilte "Kirche in Not" mit. Um das Überleben der christlichen Minderheit in einer der Ursprungsregionen des Christentums zu erhalten, sind weitere Spenden erbeten.

[mschauer]