Ordensmann tritt aus Protest gegen Italiens Migrationspolitik in Hungerstreik

Der italienische Comboni Missionar P. Alex Zanotelli (79) befindet sich seit Dienstag, 10. Juli 2018, im Hungerstreik, um gegen die Schließung italienischer Häfen für Seenotrettungsschiffe auf dem Mittelmeer zu protestieren. Auch in Deutschland regt sich Widerstand gegen den unmenmschlichen Umgang mit Flüchtlingen: Die Steyler Missionsschwestern haben eine Protest-Petition ans Europäische Parlament verfasst, die von der österreichischen Gemeinschaft unterstützt wird und die auch öffentlich unterzeichnet werden kann.

Die Aktion von P. Alex Zanotelli begann am Dienstagmittag auf dem Petersplatz mit einem Gebet; danach marschierten die Teilnehmer zu Fuß zum Sitz des italienischen Parlaments. Auf diese Weise wollte „die Basis der Kirche der italienischen Regierung zeigen, dass sehr viele Leute gegen die Migrationspolitik der neuen Regierung sind“, sagte Zanotelli gegenüber Medien. Dies sei nach der jüngsten Aussage von Innenminister Matteo Salvini nur noch wichtiger. Salvini veranlasste kürzlich die Schließung italienischer Häfen für private Seenotretter. Dazu kündigte er an, die Häfen künftig auch für einen Teil der Rettungsschiffe aus EU-Operationen zu schließen.

Papst Franziskus und katholische Organisationen in Italien fordern seitdem verstärkt mehr Solidarität auf dem Mittelmeer. Es sei wichtig, den Papst mit Aktionen wie dem Hungerstreik zu unterstützen, so P. Zanotelli, der von Freiwilligen unterstützt wird. Die Aktion sei aktuell als zehntägiger „Staffelhungerstreik“ geplant; dann werde man weiter Schritte überlegen bzw. setzen.

Steyler Missionschwestern: Petition für einen humanitären Umgang mit Geflüchteten

Aus "Sorge zur aktuellen Lage in Europa" haben in Deutschland die Steyler Missionsschwestern in der Dreifaltigkeitsprovinz eine Petition an Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, verfasst, in der sie "aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus und aus Humanität für ein Europa, das sich seiner weltweiten Verantwortung bewusst ist", ihre Stimme erheben, so die Ordensfrauen in einer Aussendung. Weiters schreiben die Ordensfrauen: "Mit dieser Petition wollen wir eine humanitäre Politik einfordern, die die geflüchteten Menschen und ihre Not sieht, die unsere europäischen Ressourcen und Möglichkeiten in den Blick nimmt und sie in den Dienst an den Menschen stellt. Wir fordern einen humanitären Umgang mit den Geflüchteten und wenden uns gegen eine Politik der Abschottung und Internierung in Lagern an den Rändern Europas oder in den Herkunftsländern."

Diese Petition wird auch von den Steyler Missionsschwestern in Österreich unterstützt und kann gerne mitunterzeichnet werden.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Unterzeichnung der Petition finden Sie auf der Homepage der Steyler Missionsschwestern.

Quelle Foto: www.domradio.de

[rsonnleitner]