„Kann es sein, dass es der Schöpfung Gottes die Stimme verschlägt?“

Fragt Sr. Beatrix Mayrhofer beim Kirchlichen Umweltpreis Österreich 2018. Hier ging es darum, Laudato si weiterzutragen und Pfarrgemeinden für nachhaltige, innovative und nachahmenswerte Projekte auszuzeichnen. Auch die Klösterreich-Präsidentin Sr. Michaela Pfeiffer honorierte die Preisträgerpfarren . #GerechtigkeitGeht

 „Die Stimme der Orden darf nicht fehlen, und bei diesem Thema schon gar nicht“ betont die Präsidentin der Frauenorden Österreich, Sr. Beatrix Mayrhofer in ihren Worten an die PreisträgerInnen. „Kann es denn sein, dass es der Schöpfung Gottes die Stimme verschlägt, dass sie nur mehr aufstöhnt, jammert und schreit, dass sie ächzt und heiser wird vom Gifthauch menschlicher Gedankenlosigkeit und Gier? Wie gut, dass es Menschen gibt die hinhören, die das Seufzen hören, wahrnehmen, wahr – nehmen, und handeln. Wie gut, dass wir heute den vielen danken können, die sich einsetzen, die ihre Stimme erheben, die nicht nur reden, sondern auch tun. Danke Ihnen allen!“ freut sich Mayrhofer im Namen der Ordensgemeinschaften Österreich im Erzbischöflichen Palais am 18. Juni 2018. Kein Zufall, sondern Programm: Hier wurde genau vor drei Jahren die Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus in deutscher Sprache veröffentlicht.

(c) mschauer

Beim Umweltpreis wurden von 33 Pfarrgemeinden aus ganz Österreich Projekte eingereicht, die zur Bewahrung der Schöpfung beitragen. Nachhaltige, innovative und nachahmenswerte Projekte wurden vorgestellt und einige Pfarrgemeinden wurden auch besonders durch den ausgelobten Preis angeregt, erstmalig ein Umweltteam zu bilden und ein schöpfungsfreundliches Projekt zu starten. Andere Pfarren mit langjährigem Umweltmanagement und starken Umweltteams zeigten wiederum, welch hohe Ökologie-Standards auch Pfarren schon erreichen können. Sieben Preisträger wurden aus allen eingereichten Projekten gekürt was, so die Verantwortliche Anna Kirchengast, „keine leichte Entscheidung angesichts der durchwegs vorbildlichen Projekte war“.

Auch die Ordensgemeinschaften Österreich setzen sich intensiv mit der Thematik auseinander und verweisen immer wieder auf die Brennpunkte von Ungerechtigkeit und die Folgen in der globalisierten Welt wie die Fluchtsituation, die Klimaveränderung, das Artensterben und die Ausbeutung der Natur: #GerechtigkeitGeht wurde Thema, Motto und geflügeltes Wort.

Wie eine Ordensgemeinschaft beispielhaft voran geht, zeigt sich praktisch im Film der Ordensgemeinschaften über die Benediktinerabtei Michaelbeuern. [Link: https://youtu.be/02nEs6YzVYQ] Hier lebt und denkt man gleichzeitig fortschrittlich und nachhaltig. Eine Hackschnitzelheizung und eine Biogasanlage versorgen die eigene Institution und das gesamte Klosterdorf inklusive der Privathaushalte. "Klöster haben einen besonderen Auftrag, durch ihren großen Grundbesitz haben sie die Verantwortung, diesen ökologisch gerecht zu verwalten und müssen außerdem ihrer Vorbildwirkung gegenüber der Bevölkerung gerecht werden. Für sie gilt das Evangelium und die Verantwortung Gott gegenüber als Maßstab sich schöpfungsgerecht zu verhalten." betont Abt Johannes Perkmann.

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