Familiaren des Deutschen Ordens errichten in Graz eine Komturei

Mit einem Dreitagesprogramm haben Familiaren des Deutschen Ordens in Graz gefeiert. Dabei wurden zehn neue Familiaren aufgenommen und die Komturei „An Mur und Mürz“ aus der Taufe gehoben. 

 

Anlässlich der Investitur der Familiaren am 9. Juni 2018 im Grazer Dom bestätigte Hochmeister Bruno Platter die Gründung der Familiaren-Komturei „An Mur und Mürz“. Damit besteht die Familiaren-Ballei Österreich nun aus drei Komtureien: „An der Drau“ für Kärnten (gegründet 1995), „An Enns und Salzach“ für Oberösterreich und Salzburg (gegründet 2013) und der neuerrichteten „An Mur und Mürz“. Balleimeister Rudolf Müller freute sich dementsprechend sehr über die Gründung der neuen Komturei. Der Deutsche Orden wurde im Zuge des 3. Kreuzzuges 1190 vor Akkon gegründet und hat in seiner über 825 jährigen Geschichte viele Umstrukturierungen erfahren. Heute besteht der Deutsche Orden aus drei Zweigen: den geistlichen Brüdern, den Schwestern und den weltlichen Familiaren. Er ist der einzige Orden weltweit, der seinen Sitz in Österreich hat.

Grund für die Komtureigründung war die steigende Aufnahme steirischer Familiaren in den Orden. 21 Familiaren umfasst mittlerweile die neue Komturei „An Mur und Mürz“.  Zum ersten Komtur wurde Universitätsprofessor Wolf Rauch gewählt, der sich in den letzten Jahren massiv für eine Komtureigründung in der Steiermark einsetzte. „Ich freue mich, dass die Bemühungen der steirischen Familiaren letztendlich zur Gründung der Komturei geführt haben und danke allen, die uns unterstützt haben“, sagte Rauch anlässlich der Gründung im Grazer Dom.    

 

DtOrden07994 Kopie2Fotocredit: Foto Fischer

Im Vorfeld erschien eine Festschrift, die sich der Geschichte des Ordens in Österreich und natürlich der Steiermark annahm. Den Auftakt zur Komtureigründung machte am 8. Juni das Symposium „785 Jahre Deutscher Orden in der Steiermark“, bei der Hochmeister Bruno Platter eine Reihe von Spitzen-Historikern begrüßen konnte, die die Geschichte des Deutschen Ordens beleuchteten. Am Abend zelebrierte Hochmeister Platter gemeinsam mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl eine Pontifikalvesper in der Leechkirche. Dabei wurden die Insignien (Halskreuz, Mantel und Rosenkranz) der aufzunehmenden Neofamiliaren gesegnet. Die Familiaren sind der "weltliche Zweig" des Ordens.

[mschauer]