Internationaler Kongress in Bad Ischl widmet sich gehörlosen Kindern aus aller Welt

Im Juni tagt bereits zum 4. Mal der größte Internationale Kongress für familienzentrierte Frühintervention für Kinder mit Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit. Eltern, Ärzte, gehörlose Fachkräfte und Führungskräfte aus der Frühintervention sowie Experten und Wissenschaftler aus rund 40 Ländern treffen sich von 13. – 16. Juni in Bad Ischl für einen internationalen Erfahrungs- und Wissensaustausch über Frühfördermodelle und Best-Practice-Beispiele. Kongresspräsident ist Dr. Daniel Holzinger vom Institut für Sinnes- und Sprachneurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz.

2012 traf sich erstmals eine internationale Expertenrunde im Bereich Frühintervention in Bad Ischl, um sich über optimale Modelle zur Frühförderung  von Kleinkindern mit Hörschädigung auszutauschen. Damit wurde der Grundstein für weitere FCEI-Kongresse (Family Centred Early Intervention) gelegt. Der Kongresspräsident Priv.-Doz. Dr. Daniel Holzinger vom Institut für Sinnes- und Sprachneurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz weist auf die Besonderheit des Kongresses hin. Dieser wird nämlich in einem ebenbürtigen Miteinander von Forschern, medizinisch- therapeutischen Fachkräften und Elternorganisationen sowie unter Einbindung von schwerhörigen und gehörlosen Betroffenen organisiert und durchgeführt.
 
In diesem Jahr wird unter dem Kongresstitel „Principles into Practice“ durch länderübergreifende Präsentationen, Workshops und Symposien ein Wissens- und Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der  bisher entwickelten Best-Practice-Richtlinien auf dem Programm stehen.

Der persönliche Input von Familien aus verschiedenen Ländern trifft dabei auf Forschung und Wissenschaft. Dabei sind die neuesten Forschungsergebnisse genauso wichtig, wie die Erfahrungen aus den Entwicklungsländern, wo es darum geht, mit wenigen Mitteln möglichst viel zu erreichen.

Gemeinsames Ziel aller Teilnehmer ist es, Richtlinien zur Früherkennung von Hörbeeinträchtigungen zu entwickeln und umzusetzen und dadurch betroffene Familien – unabhängig von der medizinischen Versorgung des jeweiligen Landes - in der Frühförderung hörgeschädigter Kinder partnerschaftlich und fachlich zu unterstützen. Wie die Erfahrungen des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie zeigen, ermöglicht ein Empowerment und die Befähigung von Familien zur optimalen Eltern-Kind Interaktion  die maximale Ausschöpfung des vorhandenen Potentials hörbeeinträchtigter Kinder. Dieses Potential ist langfristig die Grundlage für eine gleichwertige Teilhabe an der Gesellschaft und verhindert Ausgrenzung und Isolation hörbeeinträchtigter Menschen in aller Welt.

Foto: Barmherzige Brüder Linz