Symposium gegen chronischen Schmerz

Chronischer Schmerz bedeutet: Das Schmerzempfinden dauert länger als sechs Monate an und beeinträchtigt das körperliche und seelische Wohlbefinden der Betroffenen – rund 4% der Bevölkerung. Anlässlich der Pensionierung von Prim. Dr. Josef Neuhold, Mitbegründer der modernen Schmerzmedizin, veranstalteten die Elisabethinen Graz am 18. Mai 2018 das erste „Elisabethinische Schmerzsymposium“.

„Die Elisabethinen kümmern sich in Graz seit 328 Jahren um Menschen am Rand der Gesellschaft“, so Sr. Bonaventura Holzmann, Generaloberin der Elisabethinen Graz und Geschäftsführerin des Krankenhauses der Elisabethinen. „Dazu gehören Menschen mit chronischen Schmerzen. Dr. Neuhold hat mit der Schmerztherapie ein Herzstück unseres Krankenhauses aufgebaut. Wir danken ihm von Herzen für seinen wertvollen, elisabethinischen Dienst.“

Dr. Gerald Geyer, Ärztlicher Direktor im Krankenhaus der Elisabethinen, bot in seiner Laudatio eine Rückschau auf das 26-jährige Wirken von Dr. Neuhold im Bereich der Schmerzmedizin: „Der Name Josef Neuhold ist untrennbar mit der Schmerzmedizin verbunden. Ab 1999 leitete er die Abteilung für Anästhesie und hat die Schmerzmedizin zu einem wichtigen Schwerpunkt der Elisabethinen gemacht.“ Mit Ende Juni 2018 geht Dr. Neuhold in Pension. 

Gesundheitslandesrat Mag. Christopher Drexler dankte in seiner Begrüßung den Elisabethinen: „Das Krankenhaus der Elisabethinen übernimmt eine wichtige Rolle in der Betreuung von Schmerzpatienten. Ich bin dem Team hier sehr dankbar für ihre Zuverlässigkeit und Innovationskraft, mit der sie diesen Schwerpunkt seit vielen Jahren betreiben.“ 

Rückenschmerzen machen mehr als 70% der chronischen Schmerzen aus. Fast jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens zumindest einmal darunter. Von Neurostimulation über Pumpensysteme und Chemonukleolyse diskutierten die geladenen Experten beim Elisabethinischen Schmerzsymposium über Standards und Zukunftsvisionen der invasiven Schmerztherapie. 

Implantate und Medikamente reichen nicht aus, um Menschen mit chronischen Schmerzen zu behandeln. Multimodale Ansätze und psychosomatische Faktoren sind wichtiger Bestandteil einer umfassenden Therapie, bei der der Mensch als Individuum im Mittelpunkt steht. „Nicht wir als Ärzte verordnen die Therapie, sondern wir finden in enger Abstimmung mit dem Patienten den für ihn richtigen Behandlungsweg“, so Dr. Michael Kern, Schmerzmediziner im Krankenhaus der Elisabethinen. „Medizin ist nicht nur Wissenschaft, sondern auch Kunst. Die Ärzte müssen innovativ sein, um dem Patienten individuell zu helfen“, sagte Dr. Geyer abschließend. „Was Dr. Neuhold mit seinem Team aufgebaut hat ist großartig. Wir werden alles daran setzen, die Schmerzkompetenz hier im Krankenhaus der Elisabethinen für die Zukunft zu stärken und weiter zu entwickeln.“

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Im Bild von links nach rechts: Gerald Geyer (Ärztlicher Direktor KH der Elisabethinen), Christopher Drexler (Gesundheitslandesrat), Christian Lagger (Geschäftsführer KH der Elisabethinen), Sr. Bonaventura Holzmann (Generaloberin und Geschäftsführerin der Elisabethinen), Dr. Josef Neuhold (Vorstand der Abteilung für Anästhesie im KH der Elisabethinen), Sr. Consolata Maderbacher (Generalrätin der Elisabethinen). Bildnachweis: Elisabethinen/Neuhold

Das Schmerzsymposium fand im Kloster der Elisabethinen statt. Die Ordensschwestern kümmern sich seit 328 Jahren um Menschen am Rand der Gesellschaft. Seit mehr als 25 Jahren widmen sich die Elisabethinen in ihrem Krankenhaus der Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen und sind mittlerweile in der invasiven Schmerztherapie steiermarkweit Vorreiter. Rund 5.000 Mal pro Jahr wird die Schmerzambulanz frequentiert, rund 800 Patientinnen und Patienten werden in diesem Bereich stationär und tagesklinisch versorgt.

Das Elisabethinische Schmerzsymposium wurde live auf Facebook übertragen und ist zeitlich unbegrenzt aufrufbar.