5. Mai, Tag der Hebammen: Es ist Glück, das uns bewegt

Foto Hebamme 120Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe. Seit Jahrhunderten liegt die Geburtshilfe in der Hand von heilkundigen Frauen, den Hebammen und Wehenmüttern. Heutzutage führt ein Bachelor-Studium zum Beruf der Hebamme und eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten zu individuellen Spezialisierungen. Trotz dieser Entwicklungen steht für Hebammen das „Mensch-Sein“ an erster Stelle, so Eva Hüblauer, Stationsleiterin der geburtshilflichen Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz und „Hebamme aus Leidenschaft“.

Seit rund 30 Jahren arbeitet Eva Hüblauer als Hebamme. Wie viele Kinder von ihr auf dem Weg ins Leben begleitet wurden, kann sie nur noch schätzen, vor Jahren hat sie bei 3000 Geburten aufgehört zu zählen, rund 1700 Geburten hat das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder pro Jahr zu verzeichnen. „Ich habe bereits Mütter, bei deren eigener Geburt ich bereits als Hebamme dabei sein durfte, während ihrer Entbindung begleitet“, resümiert die erfahrene Hebamme heute.

Eine Besonderheit am Beruf der Hebamme ist das hohe fachliche Niveau in der Ausbildung und Berufsausübung, verbunden mit den vielen einzigartigen emotionalen Momenten. „Bei so manchen Geburten sind Tränen der Rührung dabei und manchmal muss man einfach vor Glück mitweinen. Das gibt es kaum in einem anderen Beruf“, ist Hüblauer auch heute noch von der Einzigartigkeit des Berufs überzeugt.

Die Betreuung der Hebammen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder schafft eine besondere Bindung und Nähe zu den Gebärenden.  Die Mitarbeiterinnen des Kreißzimmers betreuen die werdenden Mütter bereits in der Schwangerschaft, begleiten den Geburtsvorgang auf sehr individuelle, auf die Bedürfnisse der Mutter ausgerichtete Weise und beraten die jungen Mütter auf Wunsch bis zum Ende der Stillphase. „Unsere Mitarbeiterinnen absolvieren ein Basis-Stillseminar und eine Ausbildung zu  geprüften Still- und Laktationsberaterinnen.“

Aufgrund der fundierten und umfangreichen Ausbildung können Hebammen eine Freiberuflichkeit optimal mit einer Anstellung im Krankenhaus kombinieren. Ein großer Bereich der Tätigkeiten einer Hebamme wird mittlerweile extern – also außerhalb des Krankenhausbetriebes erbracht. Dieser erstreckt sich von der Schwangerenvorsorge, auch bei den Frauen zuhause, über die Beratung zu gesunder Lebensführung, bis hin zur Vorbereitung zur Geburt und die Zeit danach. Neben der Betreuung zuhause gibt es mittlerweile auch eigene, externe Hebammenordinationen.

Nach der Geburt übernehmen Hebammen die Wochenbettbetreuung, nach ambulanter Geburt oder bei vorzeitiger Entlassung aus dem Krankenhaus ebenfalls zuhause bei den Familien. Diese Betreuung reicht etwa von der Stillberatung und Gewichtskontrolle des Kindes, über die Überwachung der Rückbildung der Gebärmutter, bis hin zur Lasertherapie, um etwa die Heilung von Geburtsverletzungen zu beschleunigen. Unterstützend wirken die Hebammen auch bei der Rückbildungsgymnastik.

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wird dem Stillen große Bedeutung beigemessen, weshalb eine eigene Stillambulanz eingerichtet wurde. Durch Workshops können sich Mütter bereits vor der Geburt auf richtiges Stillen vorbereiten.

So vielfältig der Berufsalltag einer Hebamme mittlerweile auch ist, so ist der Geburtsvorgang an sich der wohl am meisten bewegende Moment. „Die Geburt eines Menschen ist so individuell wie der Mensch, der da gerade geboren wird. Es ist immer wieder faszinierend und erfüllend, bei einem solch großartigen Ereignis dabei sein zu dürfen.“

Fotocredit: Barmherzige Brüder Linz