Arztbesuch ohne Einschränkungen im Spital der Barmherzigen Brüder

97 092 bb wien neubau 120Die Ambulanz für mehrfachbehinderte PatientInnen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien kooperiert eng mit der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse. Zielsetzung dieser Zusammenarbeit ist es, mehrfachbehinderten Menschen einen gleichwertigen und unkomplizierten Zugang zur klinischen Gesundheitsversorgung zu bieten.

Gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen

Menschen mit Mehrfachbehinderungen einen gleichwertigen und unkomplizierten Zugang zum Gesundheitswesen und zur klinischen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten sei für sie ein ganz besonderes Anliegen, so die Wiener Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger. "Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Barmherzigen Brüdern, der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse ist es in den letzten Jahren gelungen, diese Ambulanz hier im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zu etablieren und zu einem Expertisezentrum für Menschen mit schweren Behinderungen zu entwickeln“, sagte Frauenberger bei einem Pressegespräch.
WGKK-Obfrau Mag.a Ingrid Reischl forderte ebenfalls einen gleichwertigen Zugang zum Gesundheitswesen für Menschen mit Mehrfachbehinderungen zu und sagte gemeinsam mit der Stadt Wien Investitionen von 107.000 Euro zu. "Von 2015 bis 2018 werden damit rund 260.000 Euro zur Verfügung gestellt.“

Über die Mehrfachbehindertenambulanz

Die Ambulanz für mehrfach- und schwerbehinderte Menschen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien wurde 2011 als Terminambulanz gegründet. Einmal wöchentlich arbeitet ein Internist gemeinsam mit Pflegepersonen, einer Psychologin und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Spezialambulanz. Bis Ende 2016 wurden 417 PatientInnen in der Ambulanz behandelt. Für PatientInnen, Betreuungspersonen oder auch Angehörige liegt der große Vorteil darin, dass auch komplexere Erkrankungen fächer- und berufsgruppenübergreifend behandelt werden können. Durch das hauseigene Labor, die Radiologie und im Bedarfsfall das Vorhandensein einer anästhesiologischen Betreuung, können Behandlungswege und -zeiten kurzgehalten werden. Dadurch ist der Ambulanzbesuch weniger belastend. Ergänzend dazu ist auch ein behutsamer Umgang mit den PatientInnen von großer Bedeutung, wie Dr.in Katharina Reich, Ärztliche Direktorin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Wien, bestätigt: „Beeinträchtige Menschen haben häufig Angst vor einem Arztbesuch. Denn eine fremde Umgebung verunsichert sie und kann zu Panik führen. Wir nehmen uns viel Zeit für die Behandlungen, machen, falls notwendig auch Pausen, lachen miteinander und reden vor allem viel mit den Patientinnen und Patienten. Das alles beruhigt unsere beeinträchtigten Patientinnen und Patienten und wir konnten so schon oft eine Untersuchung durchführen, die anfangs unmöglich erschien.“

Die Mehrfachbehindertenambulanz bemüht sich um eine regelmäßige Abstimmung mit den behandelnden niedergelassenen ÄrztInnen und arbeitet eng mit den Behinderteneinrichtungen und dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen zusammen.