Oswald Stanger: Engagement der Orden und der Kirche im Bildungsbereich ist ein Dienst an der Gesellschaft

Stanger Schultag JR8A8939 Kati Bruder„Man braucht uns nicht, wenn wir uns nicht unterscheiden. Und die Herausforderung für die katholische Privatschule ist es, dem Evangelium im Schulalltag ein Gesicht zu geben.“ Das sagte Oswald Stanger, der ehemalige Schulamtsleiter der Diözese Innsbruck, vor 220 DirektorInnen und SchulerhalterInnen katholischer Privatschulen am Schultag im Rahmen der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften am 26. November. Und an die Verantwortlichen in den Schulen gewandt, betonte Stanger: „Das Gesicht des Evangeliums sind Sie!“

Orden und Kirche engagieren sich im Bildungsbereich, weil Bildung Hilfe zur Menschwerdung ist. Katholische Schulen haben die Rede von der Gottebenbildlichkeit, von der einmailigen Würde jedes Menschen, haben das Evangelium von der Menschwerdung in die Bildung einzubringen. Von daher können sie etwas tun, was andere Schulen nicht tun. „Was ist die Spiritualität in unseren Einrichtungen?“, fragte der Referent. Er nannte wichtige Punkte und verknüpfte damit Fragen, die sich daraus ergeben.
1. Christsein bedeutet Jesus nachfolgen und das, was wir in der Eucharistie empfangen, selber zu werden: Brot für andere. Welche Erfahrungen machen die SchülerInnen bei uns in den katholischen Privatschulen?
2. Erlöster müssten die Christen aussehen. Humor hat mit Humus, zu tun, mit Erdreich. Kann ich Ja sagen zu mir und meiner Geworfenheit. Was strahlen wir aus?
3. Nicht reagieren, sondern agieren. Weil ich ich bin und mich von Gott geliebt weiß, kann ich neue, überraschende Wege gehen und ausbrechen aus dem üblichen „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Findet man etwas von Konfliktkultur und von einer Kultur der Vergebung bei uns in den Schulen?
4. „Du  bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter. An dir habe ich Gefallen gefunden!“ Diese Liebeserklärung spricht Jesu in jedes Leben hinein, für uns Christen in der Taufe ausdrücklich am Anfang des Lebens. Haben wir ein gesundes christliches Selbstbewusstsein?
5. Von Hoffnung getragen, trotz Leiden und Tod. Als Christen, die an die Auferstehung Jesu Christi glauben, brauchen wir trotz aller Leiderfahrungen, Fragen und Herausforderungen für unseren Glauben nichts zu fürchten. Wir sind Menschen der Hoffnung. Wie gehen wir in unseren Einrichtungen mit Leid, mit Grenzsituationen um?
6. „Ihr seid zur Freiheit berufen“ Ermutigen wir unsere SchülerInnen zur Freiheit, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen?  

[hw]