P. Anselm Grün hofft auf mehr Einfachheit

"Was kommt nach Corona?" P. Anselm Grün OSB hat sich dazu im ARD sowie in einer Online-Dikussionsveranstaltung geäußert. Wesentlich dabei sind Dankbarkeit und die Hoffnung, dass die Menschen einen einfacheren Lebenstil akzeptieren. 

P. Anselm Grün

Der Benediktinerpater Anselm Grün hofft auf mehr Einfachheit. (c) Christliches Medienmagazin

Der Benediktinerpater und Bestsellerautor Anselm Grün hofft auf eine größere Akzeptanz eines einfacheren Lebensstils nach der Corona-Krise. "Wir müssen nicht so viel erleben, sondern einfach leben", sagte der Pater am Freitag. Er setze auch auf mehr Nachdenklichkeit und eine größere Offenheit für den Glauben.

Während der Krise hält er es für wichtig, Ängste zuzulassen. Es sei wichtig, "die Angst anzuschauen". Die Angst habe einen Sinn wie etwa die Angst vor einer Krankheit. Verbreitete Verschwörungstheorien seien Anzeichen für eine Flucht, zugleich könnten sie eine Art Ersatzreligion werden. 

Tipps für nach Corona

Bereits Mitte April hat P. Anselm im ARD über die Zeit nach Corona gesprochen und was Menschen davon mitnehmen können. Eines davon sei etwa eine große Dankbarkeit, "dass wir die Zeit der Quarantäne geschafft haben, dass wir gesund durch die Krise durchgekommen sind".

Mitzunehmen sei laut P. Anselm Grün auch eine "neue Form von Solidarität". Die Krise habe ganz deutlich eine Verbundenheit der Menschen untereinander aufzeigt. Im Negativen, dass "Menschen zu einer Gefahr für den anderen werden können". Aber auch im Positiven, dass gute Laune, ein freundliches Wort an den Nachbarn, Rücksichtsname auf Schwächere - "einfach alles was wir tun, was wir sind, sich auf die Gesellschaft, ja auf den Kosmos auswirkt". 

Leben im Hier und Jetzt

Die Quarantäne habe vielleicht auch dazu beigetragen, dass wir mehr im Hier und Jetzt leben, dass wir "nicht immer die Welt brauchen, sondern dass wir fähig sind, einfache Dinge wahrzunehmen". Etwa ins Lesen eintauchen oder mit allen Sinnen beim Spaziergang die Natur genießen.

Auch den Wert von Begegnungen sollen wir uns wieder bewusster machen, denn bei aller postiven Erfahrung mit Online-Medien dürfen wir nicht vergessen, dass eine "Begegnung den ganzen Leib mit einschließt, dass sie uns vewandelt und uns gut tut."

Quelle: Kathpress, ARD

[elisabeth mayr]