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Sr. Franziska Bruckner: Fastenzeit heißt, im Alltag einfach einmal ‚Stopp‘ zu sagen

Sr. Franziska Bruckner, stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz und Generaloberin der Franziskanerinnen, wurde von Radio Klassik am Aschermittwoch zum Gespräch über Fastenvorsätze, Freiheit & Gehorsam, pandemiebedingten Einschränkungen und über Herausforderungen des Ordenslebens im 21. Jahrhundert gebeten. Das Interview führte Stefanie Jeller.

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"Fastenzeit sei eine gute Gelegenheit, wahrzunehmen, wie wenig man eigentlich braucht", sagt Sr. Franziska Bruckner im Interview mit Radio Klassik. (c) Ordensgemeinschaften Österreich/Magdalena Schauer-Burkart 

"Die Fastenzeit als solche ist in der Gemeinschaft geprägt von mehr Wahrnehmen und Achten auf das Stillschweigen", sagt Sr. Franziska Bruckner, stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz und Generaloberin der Franziskanerinnen. Sie und ihre Mitschwesten haben sich in diesen Wochen vorgenommen, im Alltag, so gut es geht, zu schweigen. Das sei kein Zwang, aber es soll bewusst machen, dass man sich in einer besonderen Zeit hin zu Ostern befinde. Wenn man in Stille durch das Haus gehe und auf die Geräusche achte, entdecke man immer wieder Neues. Und natürlich soll man bewusst auf die innere Stimme achten. Man könne nicht immer stillschweigen, aber man habe sich bestimmte Zeiten dafür ausgemacht. 

Fastenzeit, der bewusste Verzicht auf etwas, sei eine gute Gelegenheit, wahrzunehmen, wie wenig man eigentlich braucht und mit wie wenig man auskommen kann. Es sei wichtig, manche Dinge, die man immer selbstverständlich macht und die man als selbstverständlich empfindet, unter die Lupe zu nehmen und sich genau anzusehen. "Fastenzeit, das heißt einmal hinzuschauen auf das ganz Alltägliche und 'Stopp' sagen", so die Ordensfrau. "Man muss sich einmal fragen: Was ist denn wirklich wichtig?" Denn die Fastenzeit sei geprägt von dem Ansatz weniger ist mehr.

Das Leben im Kloster sei ein kostbares Geschenk. "Ich habe diesen Schritt nie bereut", sagt Sr. Franziska. Es gebe im Leben natürlich Auf und Nieder, Hochs und Tiefs, das gehöre zum Leben. "Aber diesen Zweifel an der Berufung, der ist mir so eigentlich nie begegnet."

Auch in Zeiten der Pandemie nicht. Der größte Nachteil sei es gewesen, dass es weniger Möglichkeiten gebe, die Mitschwestern in den Niederlassungen zu treffen. "Das ist schon etwas, was mir abgeht", sagt die Franziskanerin. Und dass die öffentlichen Gottesdienste verboten waren. "Die Türen zuzusperren, wenn wir Gottesdienst feiern, das ist keine gute Situation. Das ist schwer zum Aushalten", so Generaloberin Bruckner.

Das ganze Interview auf Radio Klassik zum Nachhören.  


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