Nach 200-jähriger Unterbrechung: Neubesiedlung mit klösterlichem Leben

Abt Maximilian Heim entsendet vier Moenche fuer die Wiederbesiedlung von Stift Neuzelle neuzellestart 120Für den Zisterzienserorden wurde der vergangene Sonntagmorgen zum historischen Moment: Auf die Einladung des Görlitzer Bischofs hin sind vier Ordensmänner aus Heiligenkreuz aufgebrochen um das Klosterleben in der ostdeutschen Neuzelle nach 200 Jahren neu zu beleben. Abt Maximilian Heim gab der "Vorhut" des Wiederbesiedlungsprojekts seinen Segen für die Reise und für den Neustart.

 

Abt Maximilian gab den vier ‚Pionieren‘ den Segen für die Reise und für den Beginn des Wiederbesiedelungsprojekts. Pater Simeon wird Prior der kleinen Gemeinschaft sein, Pater Kilian wird sich als Ökonom um die wirtschaftlichen Anliegen des Klosters kümmern und seelsorglich wirken, Pater Philemon wird als Lehrer in den örtlichen Schulen eingesetzt sein und Pater Aloysius wird Haushalt und Sakristei besorgen.

In Heiligenkreuz sieht man der Entwicklung hoffnungsfroh entgegen: "Für uns ist es einerseits schwer vier Mitbrüder ziehen zu lassen, gleichzeitig ist es aber eine Freude und ein hoffnungsvolles Zeichen, das in unserer Zeit ein Kloster wieder neu besiedelt wird und ein geistliches Zentrum neu belebt wird. Wenn alles gut geht, werden in den kommenden Monaten weitere Mönche nach Neuzelle gesandt und – so Gott will – wird im September 2018 feierlich und offiziell das ‚Priorat Neuzelle‘ kanonisch errichtet!"

Die vier Ordensmänner werden im Pfarrhaus von Neuzelle wohnen und bereits ab Montag in der barocken Stiftskirche täglich ihre Stundengebete verrichten und lateinische Messen feiern, teilte der künftige Prior P. Simeon vorab im Interview der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA mit. Die offizielle Begrüßung durch Ortsbischof Ipolt ist am 3. September für die Bistumswallfahrt am 3. September vorgesehen.

Die Klosteranlage Neuzelle nahe von Frankfurt/Oder wurde vor rund 200 Jahren von Preußen verstaatlicht. Sie bleibt weiter im Besitz der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle, wobei die Landesregierung den "Neustart" des Klosters unterstützt. Dessen Architektur gilt als nördlichstes Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa. Die 1268 vom Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gestiftete Klosteranlage zieht jährlich rund 120.000 Besucher an. Sie wurde in den vergangenen Jahren für rund 50 Millionen Euro aus Mittel von EU, Bund und Land Brandenburg saniert und restauriert. 

[msc]

 

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