Flüchtlinge – konkrete Hilfe ohne großes Gerede

2015 09 02 redemptoristen 120Seit einem Monat haben die Redemptoristen mit ihrer Pfarre in Wien ihre Räumlichkeiten für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak geöffnet. Der Orden bietet täglich Unterkunft für über einhundert Menschen, vor allem für Flüchtlinge, die auf der Durchreise sind und sonst im Freien in Parkanlagen übernachten müssten. Redemptoristen-Rektor P. Lorenz Voith: „Wir müssen konkret handeln."

In den letzten Jahrzehnten waren die Redemptoristen in Wien immer wieder in der konkreten Hilfe für Asylsuchende aktiv, so unter anderem für Flüchtlinge aus Vietnam oder aus dem Balkankrieg. Auch in der aktuellen Krisensituation stehen die Ordensmänner den vielen notleidenden Menschen rasch und unbürokratisch bei. „Wir können nicht nur einfach fromm predigen, sondern müssen konkret handeln", lautet das Credo von P. Lorenz Voith, Rektor der Redemptoristen und Vorsitzender der Wiener Ordenskonferenz.

Redemptoristen geben täglich Unterkunft für über einhundert Flüchtlinge

Seit mehr als einem Monat bietet die Ordensgemeinschaft Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak die Möglichkeit, in ihrer Pfarre Unterschlupf zu finden; täglich sind es mehr als einhundert Menschen, die davon Gebrauch machen. Die meisten befinden sich hier nur auf einen kurzen Zwischenstopp und wollen weiter nach Deutschland oder Skandinavien reisen. Sie haben einen schon langen, oft dramatischen Weg hinter sich, sind müde, hungrig und - vor allem Frauen und Kinder - von den Strapazen gekennzeichnet. "Sie müssten im Freien in Parkanlagen übernachten", weiß P. Voith zu berichten. "Wir bieten ihnen eine Übernachtungsmöglicheit, einen Platz zum Ausruhen mit den dazu gehörenden Waschmöglichkeiten, Essen, Trinken und so weiter."

 2015 09 02 redemptoristen 450

Zwei von vielen ehrenamtlichen Helfern, die Flüchtlinge in der Redemptoristen-Pfarre in Wien betreuen. (c)Redemptoristen

Kritik an den Orden ist ungerecht

Unterstützung erhalte man von vielen ehrenamtlichen Helfern, die ein bewundernswertes Engagement zeigen. P. Voith: "Wir erhalten auch dankenswerterweise Angebote für Kleidung und Toilettartikel. Natürlich brauchen wir weiter Hilfe.“ Die Medienschelte an den Ordensgemeinschaften ist für P. Voith jedenfalls nicht nachvollziehbar: "Viele Ordensgemeinschaften handeln oft im Verborgenen, machen keine große Presse. Die Kirche und viele Ordensgemeinschaften tun nun schon viel. Vieles wird noch vorbereitet bzw. organisiert. Wohnungen oder gemeinsame Unterkünfte werden mehr und mehr angeboten. Eine öffentliche Kritik an den Orden halte ich deshalb für absolut ungerecht."

Eine politische Lösung in Europa erachtet der Ordensmann als dringend notwendig. "Es braucht unbedingt eine gerechte Aufteilung der vielen Kriegsflüchtlinge", so P. Voith. "Schließlich geht es konkret um Menschen, die vor Kriegen flüchten."

[rs]