Mobil First

2015 06 18 smt linz 120Am 17. Juni 2015 fand der Social Media-Tag des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich im Wissensturm in Linz statt. Öffentlichkeits-Verantwortliche von Ordensgemeinschaften, -schulen und –spitälern kamen zusammen, um gemeinsam mit Stefan Greifeneder über Trends und Möglichkeiten der Webkommunikation zu sprechen.

Der Trend gehe sicherlich in Richtung Video-Content, so die Aussage von Referent und Impulsgeber Stefan Greifeneder. Der Digital Marketing Manager von ruxit.com und bis 2010 Head of Online Marketing der Diözese Linz sieht sich darin, dass auch mobile Applikationen immer mehr auf Videoinhalte setzen. Beeinflusst habe das auch Facebook, das in Postings eingebetete Videos mittlerweile per „Autoplay“ startet. Hand in Hand gehe damit auch der Trend zu Real-Time-Videos und Live-Streamings.

Mobil First

Mittlerweile werde das Internet mehr von mobilen (79%) als von Standgeräten genutzt. Das Web ist nicht nur ein weltweites, sondern auch ein schnelles Medium – und wird deshalb auch von den Usern äußerst schnell genutzt; „mobil first“ sollte daher auch die Basis der gesamten Onlinekommunikation sein, beginnend bei der Website-Konzeption über Umsetzung Design bis hin zum Social-Media-Auftritt. Die Herausforderung lautet in Real Time online zu sein; alles soll so live wie möglich sein und mit Smart Devices (z.B. Google Now) Jetzt-Zeit-Infos bieten.

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Stefan Greifeneder, ehemaliger Head of Online Marketing der Diözese Linz, war Impulsgeber am Social-Media-Tag des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich. (c) Ordensgemeinschaften Österreich

Facebook: Nr. 1 in Österreich

Als Social-Media-Kanäle seien praktisch nur zwei Player relevant: Facebook liege nach wie vor an erster Stelle; weltweit sind rd. 1, 36 Mrd. User, in Österreich rd. 3,4 Mio. User vertreten. Twitter hat weltweit rd. 248 Mio. Nutzer, in Österreich sind es rd. 120.000 Nutzer, die es zum Teil nur passiv als sog. „Follower“ nutzen. In der Alpenrepublik habe sich die Plattform vor allem bei Journalisten, Politikern, Lobbyisten und Technikern etabliert (z.B. der Twitter-Account von ZiB2-Moderator Armin Wolf); der Vorteil liege darin, hier die sog. „Meinungsmacher“ zu treffen.

Einer der Big Player ist mit rd. einer Mrd. weltweiten Usern (Ö: 4,8 Mio.) auch die Video-Plattform Youtube. Was Videos betrifft, so muss der Kanal in sich stimmig sein. Es kommt nicht auf die perfekte Qualität darauf an, sondern ob gutes, glaubwürdiges Storytelling betrieben wird. YouTube ist die ideale Umgebung für längere Videos; auf Facebook sollte die Filmlänge auf 15 bis maximal 30 Sekunden beschränkt sein. Gut seien auch mehrere kleine Informationshappen in der Länge von ca. fünf Sekunden. Da oft nicht die Lautsprecher eingeschaltet sind, wären Untertiteln empfehlenswert.

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Öffentlichkeitsverantwortliche von Ordensgemeinschaften, -schulen und -spitäler diskutierten über Trends und Möglichkeiten der Online-Kommunikation. (c) Ordensgemeinschaften Österreich

Newcomer wie Instragram oder Pinterest müssen sich in Österreich erst entwickeln und haben deshalb (noch) keine wirkliche Relevanz. Business-Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder Kununu werden hauptsächlich für berufliche Vernetzungen und Jobsuche verwendet.

Als Chat bzw. Messenger liefern sich Facebook-Messenger (500 Mio.) und WhatsApp (600 Mio.) mehr oder weniger ein Kopf an Kopf-Rennen. WhatsApp wird gerne von der Jugend verwendet; wer ein sehr jugendliches Zielpublikum ansprechen will, ist hier durchaus an der richtigen Adresse. Greifenedes Theorie: „Die Jugendlichen sind jetzt bei WhatsApp und wechseln dann später zu Facebook.“ Das, nebenbei, die mobile App vor einem Jahr gekauft hat.

Das Wichtigste: die Zielsetzung

Um und Auf sei die genaue Definierung der Zielsetzung. Es gilt, im Vorfeld für ein gutes Profil vier Fragen zu beantworten:

  • Was passt zu uns?
  • Was unterscheidet uns?
  • Welchen Nutzen bieten wir?
  • Welche Medientauglichkeit können wir vorweisen?

Die Formulierungen dazugehöriger Leitlinien dienen der Sensibilisierung. Greifender: „Das Ziel der digitalen Präsenz soll ident sein mit dem Ziel der Organisation.“

Social Media dürfe nicht zum Marketing-Blabla verkümmern. Als Betreiber muss darauf achten, z.B. auf Facebook keine „Eigenansicht“ zu fabrizieren. Ein soziales Netzwerk funktioniert dann, wenn mit Regelmäßigkeit Relevanz und Nutzen für die User im Vordergrund steht und die eigene Authentizität gewährleistet bleibt. Das Social Media Marketing (Homepage, Blog, Newsletter und Social Media) kann nur ein Teil des Medienmix‘ sein.

Praktische Umsetzung

Auch für die praktischen Umsetzung eines Facebook- bzw- Twitter-Auftritts gab Stefan Greifender Impulse: Titelbild und Avatar müssen eine Qualität haben. Biografen sollen klar verständlich formuliert sein. Auf Facebook soll man mit ein bis zwei Post(s), auf Twitter mit vier bis acht Tweets (davon ein Drittel Wiederholungen) pro Tag vertreten sein. Ideale Posting-Tage sind Samstag und Sonntag bzw. Donnerstag und Freitag; von der Uhrzeit findet man um 9.00 Uhr, 12.00 bis 13.00 Uhr, 15.00 Uhr und gegen 18.00 Uhr die meiste Aufmerksamkeit. Überschriften, die unter 100 Zeichen bleiben, werden gerne gelesen; hohes Interesse finden auch Fragen und Zitate. Die Postings sollen durchaus Links oder (!) Hashtags (maximal zwei) beinhalten.

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"Das Um und Auf ist die Zielsetzung!" Blick aus dem 15. Stock des Wissenstums in Linz; dem Höhenflug der Gedanken der TeilnehmerInnen am Social-Media-Tag war keine Grenzen gesetzt. (c) Ordensgemeinschaften Österreich

Das Ziel ist die Vernetzung mit anderen Usern. Das heißt, dass man durchaus auch fremden Content teilen oder sich mit anderen Seiten verbinden kann (es muss ja nicht unbedingt die schärfste Konkurrenz sein). Aktivitäten gehören dort gesetzt, wo die Zielgruppe zu finden ist.

Umgekehrt sollen die eigenen Postings auch so formuliert sein, dass sie gerne von anderen Usern geteilt werden. Das ist dann der Fall, wenn die Beiträge den Betreiber eindeutig positionieren,  etwas auslösen oder ein Anliegen unterstützen (z.B. „Icebucket-Challenge“). Oft hilft es auch einfach, um ein Sharing zu bitten.

Fazit: Es ist wichtig, den eigenen digitalen Ausdruck genau unter die Lupe zu nehmen, vor allem in Hinblick der Nutzerfreundlichkeit. Interaktion ist dabei unerlässlich. Zu oft ist die eigene Website einfach Selbstpräsentation. Ziel muss es sein, in einen Dialog zu treten.

Hier finden Sie den Facebook-Account, den Twitter-Account und den YouTube-Channel der Ordensgemeinschaften Österreich

[rs]