Krankenhaus St. Veit/Glan baut modernste Palliativstation Österreichs

20170818 bb veith 120Ganz im Zeichen der Palliativmedizin stand am Donnerstag, 17. August das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan: Auf der Dachterrasse des Krankenhauses erfolgte die Grundsteinlegung für die modernste Palliativstation in Österreich. Der Neubau soll Patienten und ihren Angehörigen die Möglichkeit einer individuellen Betreuung bieten und mit viel Licht, natürlichen Materialien und abgestimmten Farben eine angenehme Atmosphäre verbreiten. Eine ruhige, begrünte Terrasse mit Blumen- und Kräuterbeeten für die Patienten wird zum besonderen Ort der Begegnung.

Mit der neuen Palliativstation, benannt nach dem Heiligen Johannes von Gott, will man für die bestmögliche Behandlung von Menschen mit zumeist weit fortgeschrittene, unheilbaren Krankheiten sorgen. Dabei geht es nicht mehr darum, die Krankheit zu heilen, sondern darum, Symptome zu lindern und auf diese Weise noch Lebensqualität zu schaffen. Der Bau der Palliativstation ist Teil eines Gesamtkonzeptes. In Summe werden in den kommenden Jahren 11 Millionen Euro in den Ausbau in St. Veit/Glan fließen. 

Jeder Mensch möchte in Würde und ohne Schmerzen sterben. Um das Lebensende unheilbar kranker Patienten lebenswert zu machen, gibt es die Palliativmedizin. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan gaben Rechtsträgervertreter Pater Prior Paulus Kohler, Gesamtleiter Mag. Michael Steiner, MAS, Pater Provinzial Joachim Mačejovský OH und LHStv. (in) Dr.(in). Beate Prettner den offiziellen Startschuss für den Neubau der Palliativstation. Benannt ist sie nach dem Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, dem hl. Johannes von Gott, und sie steht unter dem Leitgedanken „Das Herz befehle!“. In achtmonatiger Bauzeit soll das Projekt im Wert von knapp zwei Millionen Euro verwirklicht werden.

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Spatenstich Palliativstation: Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz Joachim Mačejovský, OH, LH Stv.(in) und Gesundheitslandesrätin Dr.(in) Beate Prettner, Gesamtleiter Mag. Michael Steiner, MAS, Rechtsträgervertreter Pater Prior Paulus Kohler sowie Bgm. Stadt St. Veit/Glan Gerhard Mock. (c) Heike Fuchs

Ein Vorzeigeprojekt für Kärnten

Der Palliativmedizin kommt in unserer Gesellschaft eine immer größere Bedeutung zu. „Die Palliativstation im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan ist ein zentraler Baustein beim Auf- und Ausbau der mobilen und stationären Palliativversorgung in Kärnten. Es ist die Verwirklichung eines Vorzeigeprojekts", unterstrich LH Stv.(in) und Gesundheitslandesrätin Dr.(in) Beate Prettner.

Ein Rückzugsort für Patienten und Angehörige

Der Bau der Palliativstation im Ordenskrankenhaus erwächst aus dem Gedanken, einen Ort für die Patienten und ihre Angehörigen entstehen zu lassen, der Rückzugsmöglichkeiten in privater und intimer Atmosphäre ermöglicht und gleichzeitig kommunikative und offene Bereiche schafft. „Die Umsetzung dieses Gedankens brachte einen klar strukturierten, kubischen Baukörper hervor, der auf das Dach aufgesetzt wird und Raum mit hoher kommunikativer Kraft und viel Licht generiert“, erklärt Mag. Michael Steiner, MAS.

Die neue Station unterscheidet sich klar von einer normalen Krankenstation, sie ist mehr als Wohnstation angelegt und verfügt über sechs Betten. Die neuen Zimmer sind mit modernen, barrierefreien Toiletten und Duschen sowie Schlafmöglichkeiten für Angehörige ausgestattet. Psychologisch ausgewählte, beruhigende Farben, eine wohnliche Atmosphäre und eine angenehme Raumakustik sollen das Palliativzentrum zu einem geschützten Raum für schwerstkranke und sterbende Menschen machen. Die Station wird auch über einen Rückzugsraum für Familien und Angehörige verfügen.

Ärzte sowie speziell ausgebildete Pflegekräfte sorgen auf der Abteilung für die bestmögliche Betreuung der Patienten. Die Fachkräfte sind dabei besonders qualifiziert für den Umgang mit schwerkranken Menschen. Im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung unserer Patienten und ihrer Angehörigen betreuen Spezialisten aus allen medizinischen Fachrichtungen die Patienten. Zusätzlich werden Psychologen, Seelsorger und Sozialberater einbezogen. Diesem multiprofessionellen Team steht in der neuen Palliativstation auch eine Räumlichkeit für regelmäßige interdisziplinäre Teambesprechungen zur Verfügung.

Außenbereiche mit Blumen- und Kräuterbeeten

Neben einer großen Gemeinschaftsterrasse bietet der Umbau ebenso zu jedem Zimmer einen eigenen kleinen Außenbereich.Durch dieses intensive Beziehungsgeflecht zwischen Innen- und Außenbereich sollen sich die Patienten wie Zuhause fühlen. Ferner ermöglicht der Einsatz von auf dem neuen Dach aufgesetzten Photovoltaikpaneelen eine Stromversorgung mit grünem Strom.

Lebensqualität soll verbessert werden

Palliativmedizin hat im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan seit Jahren einen hohen Stellenwert und umfasst die Betreuung von schwerstkranken Menschen, für die eine Heilung nicht mehr möglich ist. Wenn Therapie keine heilende Wirkung mehr hat, übernimmt die Medizin andere Aufgaben. Dann geht es um Lebensqualität.

Bedürfnisse und Wünsche der Patienten

Die neue Station ist in die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin eingebettet, der Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink vorsteht. „Wird festgestellt, dass eine Heilung der Erkrankung nicht mehr möglich ist, dann beginnt typischerweise die Palliativtherapie. Unser Therapieziel ist dann nicht mehr mit aller Gewalt Lebenszeit zu gewinnen, sondern wir bemühen uns, die Lebenszeit mit guter Lebensqualität zu ermöglichen. Alle Maßnahmen gehen in Richtung Lebensverbesserung anstatt Lebensverlängerung. In einem palliativen Behandlungsregime versucht man Therapien mit unangenehmen Begleiterscheinungen zu vermeiden.“

„Die Betreuung von schwerstkranken Menschen und ihren Familien ist eine der sensibelsten Aufgaben überhaupt“, betont LH Stv. Dr. Beate Prettner. Das bestätigt auch der Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz Joachim Mačejovský: „Zahlreiche Patienten wünschen sich eine Versorgung und ein Sterben in vertrauter Umgebung. Der Bau der neuen Palliativstation bedeutet hier einen großen Schritt nach vorne.“ Das Krankenhaus St. Veit/Glan hat auch ein mobiles Palliativteam, das in erster Linie Patienten zu Hause und in Pflegeinrichtungen im Bezirk St. Veit/Glan und Feldkirchen betreut.

Über die Palliativmedizin

Palliativmedizin ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO die„aktive und ganzheitliche Behandlung von Patienten, diean einer fortschreitenden Erkrankung leiden und nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben“. Dabei kommt der Beherrschung der Krankheitsbeschwerden und der seelsorgerischen Betreuung höchste Priorität zu. Palliativ leitet sich von „Pallium“ ab, dem lateinischen Wort für Mantel.

Kräftige Investitionen in den Standort St. Veit/Glan

Im St. Veiter Krankenhaus wird in den nächsten Jahren kräftig in die Infrastruktur investiert. Insgesamt werden Teile des Krankenhauses mit einem Budget von über elf Millionen Euro erweitert und erneuert. In diesem Jahr entstand bereits eine neue Rettungszufahrt, und die gynäkologisch-geburtshilflichen Ambulanzen und Sekretariate werden umgebaut.

Im zukünftigen ÖSG (österreichischen Strukturplan Gesundheit) ist das Ordenskrankenhaus auch als Standort für einen Magnetresonanztomographen (MRT) vorgesehen.

[rs]